Donnerstag, 16. Juli 2020

Die siehst du! - Michael Schmolz

Vögel sind vom Scheitel bis zu den Steuerfedern ganz wunderbare Geschöpfe, die durch die Lüfte gleiten und schöne, aber hin und wieder auch kuriose Töne von sich geben. Dass mir die gefiederten Freunde sehr am Herzen liegen, ist auf meinem Blog mehr als offensichtlich.


Ich bin grundsätzlich kein Freund von Lexika oder Bestimmungsbüchern, da mir diese meist viel zu trocken daher kommen. Informationsfluten sind mir zu wider. "Die siehst Du!" von Michael Schmolz ist eine Ausnahme, vor allem weil dem Autor die Leidenschaft sofort beim Lesen anmerkbar ist. Birding ist nicht nur ein Hobby, nicht nur das reine Bestimmen von Vogelarten. Es ist das draußen in der Natur sein. Das Beobachten. Das Warten. Das Hoffen. Das Hören. Und schließlich das glückliche Lächeln, einen gefiederten Gesellen gesehen, vielleicht sogar auf einem Foto festgehalten zu haben. Wenn es dazu noch ein Vogel ist, den man nicht so häufig sieht, klopft das Birding-Herz gleich doppelt so laut. Michael Schmolz verzichtet auf ausschweifende Analysen im Stil eines Bestimmungsschinken. Von Anfang an macht es Spaß, ihm bei seiner Auswahl der heimischen Vogelarten in Gedanken durch das Fernglas zu folgen.

Gänsekinder

"Die siehst Du!" hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und muss es auch nicht. 139 Vogelarten sind für den Anfang ausreichend, um andere Menschen vom Birding zu begeistern. Dabei fasst Michael Schmolz die Arten in Kategorien nach den Sichtungsmöglichkeiten zusammen. Kapitel wie "Innenstadt", "Wohngebiet und Dorf", "Park und Stadtwald" und "Teich. Fluss und See" helfen beim Beobachten. Auch wenn ich die überwiegende Mehrzahl der im Buch vorgestellten Flatterfreunde schon kenne und auch gesichtet habe, sind doch hier und da ein paar Exoten dabei. Die Hinweise auf die mögliche Umgebung der Vögel lässt mich hoffen, auch diese fliegenden Wirbeltiere zu Gesicht zu bekommen.

Mehr als 400 Farbfotos zeigen eindrucksvoll, wie artenreich es in Deutschland zugeht. Das hier leider nicht auf die Vielfalt innerhalb einzelner Arten eingegangen wird, ist für manchen Birdwatcher bedauerlich, dennoch verständlich, weil sich das Buch besonders für Anfänger des Vogelbeobachtens eignen soll. In erster Linie ist es dem Autor wichtig, dass wir genauer hinschauen, dass wir die Natur achten, Rücksicht auf die vielen Lebewesen nehmen. Wer etwas mehr ins Detail beim Beobachten gehen will, bekommt von Michael Schmolz gute Tipps zur Ausrüstung. Zusätzlich kann man mit der Kosmos Plus App 119 Vogelstimmen abrufen und vergleichen. Etwas ungünstig, besonders wenn man sich bei der Bestimmung unsicher fühlt, ist das Eingeben einer Zahlenkombination des jeweiligen Vogels. Für diese Codes gibt es im Buch im hinteren Teil ein Verzeichnis.

Sperling auf dem Zaun

Mir gefällt das Buch, weil es eine moderne Aufmachung hat, weil es relativ handlich ist, wenn auch etwas schwer. Ich mag die vielen Farbfotos, auch wenn diese leider nicht zum großen Teil vom Autor selbst stammen. Besonders wertvoll fand ich den Hinweis des NaBu zur Stunde der Vögel, die jeweils im Frühling und im Winter durchgeführt wird und an der sich jeder beteiligen kann. Einfach eine Stunde lang beobachten, was da so im Garten, am Futterhaus oder im Park herumfliegt und dem NaBu melden. Da weiß ich doch gleich, was ich in diesen Winter machen werde.


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Die siehst Du!-Die Vögel um mich herum - Michael Schmolz
Taschenbuchausgabe - Kosmos Verlag
ISBN 978-3-440-16527-0 - Preis: 17,00 €


1 Kommentar:

  1. Klingt interessant. Sehe es wie du, denn die meisten Lexikas sind mir auch zu trockem. Da verliere ich schnell das Interesse.

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