Samstag, 14. Oktober 2017

Kleine Rituale einer Buchbloggerin


Manchmal erwische ich mich dabei, mit welch kleinen und großen Macken ich durch mein lesebegeistertes Leben schreite. Sicher, diese Macken tun keinem weh, nicht mal meinen Büchern, aber ab und zu denke ich, dass nicht nur mein Blog einen Vogel hat. Wie äußern sich diese Ticks, Macken oder nennen wir sie liebevoll Rituale. Erst einmal wird jedes Buch, welches nur ansatzweise ins Beuteschema passt, auf einer Wunschliste geparkt. Die Parkgebühren sind so gering, dass die Liste leider immer länger und länger wird. Vielleicht sollte man da ab und zu mal ausmisten? Nö, wieso? Ich liebe es, wenn ich eine gewisse Auswahl habe. Da dürfen es ruhig mal ein paar Bücher mehr sein.


Dienstag, 10. Oktober 2017

Die Erfindung der Flügel - Sue Monk Kidd


- Mit welchem Recht stellen wir uns über andere Menschen. Mit welchem Recht machen wir uns Menschen untertan, berauben sie ihrer Freiheit, halten sie klein, bestimmen, was sie dürfen und was nicht. Mit welchem Recht bestrafen wir sie auf unmenschlichste Arten, wenn sie nur einen Spaziergang machen wollen. Warum nötigen wir sie Dinge zu tun, die wir nicht tun möchten. Warum darf man nicht mit ihnen lachen, spielen oder gar befreundet sein. Warum? Das frag ich dich! -


Mittwoch, 4. Oktober 2017

"Der Grund, warum Vögel fliegen können und wir nicht, ist der, daß sie voller Zuversicht sind und wer zuversichtlich ist, dem wachsen Flügel."


Motto des Monats

Aphorismus von Sir James Matthew Barrie

Manchmal ist Leben schwer. Vom Boden abheben, meine Flügel ausbreiten und losfliegen, geht dann nicht. Mir fehlt die Zuversicht. Der Glaube, dass alles seinen Sinn hat und sich dennoch zum Guten wenden wird. Doch dann denke ich an den kleinen dicken Spatz, der oben auf dem Ast in einem Baum in den Himmel schaut. Soll er es wagen? Er vertraut darauf, dass seine Flügel ihn tragen, dass er mit den anderen Vögeln durch die Lüfte gleiten kann. Er stößt sich kurz ab und fliegt davon. Mutiger kleiner Kerl, voller Zuversicht und Vertrauen in sich selbst.


Donnerstag, 28. September 2017

Die Poesie des Tötens - Andrea Fehringer, Thomas Köpf


Warum schrei ich es nicht einfach über den Tisch? Hier sitzt er, der Mörder und isst mit uns gemeinsam zu Abend. Hält Smalltalk, dieser Psychopath! Dabei hat er keinerlei Respekt vor dem Leben, keinen Respekt vor einer Familie. Annas Vater ist auch da. Er ist Kriminalbeamter. Was würde passieren? Würde man mir glauben? Was wäre dann mit Ella? Meiner süßen kleinen Ella...


Dienstag, 26. September 2017

Omas Rumpelkammer - Bette Westera


Oma ist nicht nur die Bezeichung der Mama meiner Mama oder meines Papas. Oma ist Geborgenheit, kuschelige Umarmungen, frischer Streuselkuchen, lange abends aufbleiben, Spielenachmittage, Eis essen bis man Bauchweh bekommt, vom Teig naschen dürfen, Plätzchen ausstechen, Kummerkasten, Motivationstrainerin, Geschichtenerzählerin, gemeinsam alte Fotos anschauen, Kreuzworträtsel lösen, das Stricken lehren, die beste heiße Schokolade der Welt und vor allem ganz viel Liebe.



Sonntag, 24. September 2017

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster - Susann Pásztor


Jetzt kann ich fliegen. Durch das offene Fenster. Nichts hält mich mehr in diesen Räumen gefangen. Sorgt euch nicht. Mir geht es gut. Ich habe keine Schmerzen mehr. Danke, dass ihr bei mir gewesen seid. Ich bin nicht ganz verschwunden, ich bin ein Teil von euch. Erinnert euch an mich und ich werde immer da sein.


Samstag, 23. September 2017

100 Tage...


...ohne Bloggen liegen hinter mir. Eine Zeit, die mir gut getan hat und die ich keine Minute bereue, dennoch fängt es immer wieder an, in den Händen zu kribbeln. Ich bin also wieder hier, in meinem Revier...Pardon in meinem Nestchen. Ich habe die "freie" Zeit genutzt und mir Gedanken gemacht. Wie ihr sehen könnt, habe ich ein paar klitzekleine optische Änderungen vorgenommen, die hoffentlich nicht zu albern wirken. Aber den Herrn oben in Blau kennt ihr ja bereits. Jetzt begleitet er nicht nur meine Flugspuren, sondern ist der Herr des Blogs schlechthin.


Donnerstag, 15. Juni 2017

Wenn das Leben schneller ist...


...ist es an der Zeit, etwas Tempo rauszunehmen. Wenn man seine Flügel nicht mehr so weit ausstrecken kann, um wie diese Lachmöwe durch die Lüfte zu fliegen, dann sollte man eine Pause einlegen. Ja, richtig gelesen. Das Nestchen wird die nächsten Wochen nicht mit neuen Beiträgen gefüllt werden. Ihr wollt wissen warum?


Freitag, 2. Juni 2017

Nestgezwitscher mit Lena Gorelik


Am 23. März 2017 saß ich etwas nervös auf einem Stuhl am Rowohlt Stand und wartete darauf, meine Fragen an Lena Gorelik loszuwerden. Sie sei eine Nette und ich müsste mir keinen Kopf machen, sagte man mir. Wer mich nur ein wenig kennt, der weiß, dass ich immer furchtbar nervös bin und Angst davor habe, die blödesten Fragen zu stellen, die mein Gegenüber je beantworten musste. Doch als Lena erschien, dauerte es nicht lange, bis die Nervosität wich. Auch wenn ich das Gefühl hatte, dass diese schreckliche Angewohnheit nur hinter dem nächsten Bücherregal lauerte, um zu mir zurückzukehren und mir diverse Stotterattacken zu schenken. Keine Chance, dachte sich wohl die Autorin und ergriff das Du mit einem Lächeln.


Mittwoch, 31. Mai 2017

Von Radebeul zum Orient, in den Wilden Westen und wieder zurück


Wieso kommen jedes Jahr tausende von Menschen im Mai nach Radebeul in den Lößnitzgrund? Ist es der Wein, der hier angebaut wird? Sind es die kleinen Lokale, die zum Verweilen einladen? Kann man hier in malerischer Landschaft gut wandern? Oder gibt es gar einen ganz anderen Grund?


Montag, 29. Mai 2017

"In die Natur ist eine phantastische Liebe eingebaut. Du brauchst dir nur einmal in aller Ruhe eine Blume anzuschauen."


Motto der Woche


Aphorismus von Phil Bosmans

Heute vor fünf Wochen habe ich meinen letzten Beitrag online gestellt, bevor mir das Leben dazwischen kam. Ich wollte nicht wirklich eine Blogpause einlegen, aber ich war froh, mir irgendwann nach ein paar Tagen einzugestehen, dass das Bloggen an zweiter Stelle stehen muss. Ich wollte mich und mein Leben entschleunigen. Was mir sehr gut gelungen ist. Nach Lust und Laune habe ich bei Twitter oder Instagram gepostet, aber kein Wort für mein Nestchen geschrieben. Anfangs hatte ich ein schlechtes Gewissen, auch weil ich hier noch ein Rezensionsexemplar zu lesen habe. Zur Zeit bin ich mittendrin, aber auch ab und zu nicht. Ich wollte mir Zeit und Ruhe nehmen, mein Umfeld wieder wahrnehmen. Mich einfach auf eine Wiese setzen und den Vögeln beim Zwitschern zuhören. Mich in unmögliche Positionen bringen, um meiner Fotoliebe nachzugehen. Dabei ist meine innere Ruhe von Tag zu Tag stärker geworden. 


Momentan wird auch die Lust am Schreiben und Bloggen wieder mehr und mehr. Ich möchte jedoch vollkommen stressfrei mein Nestchen führen. Stress ist ein Faktor, der mir in meinem Familien- und Berufsleben viel zu häufig über den Weg hüpft. Daher werde ich mir nichts vornehmen und einfach Beiträge schreiben, wie ich es für richtig halte. Mal mehr, mal weniger. Ich werde versuchen, die fantastische Liebe der Natur weiter zu entdecken und vielleicht auch wieder das ein oder andere Foto zum Sonntag hier posten. Ich werde lesen, keine Frage, aber auch hier werde ich häufiger in mich hineinhören. Ich werde auch weiterhin versuchen, weniger Anfragen anzunehmen. Ich möchte einfach freier sein und ich möchte Beiträge schreiben, die vielleicht ab und zu auch nichts im direkten Sinn mit Literatur zu tun haben. Dinge, die ich erlebt habe, die mich beschäftigen oder die ich einfach mal sagen muss. Und sollte ich wieder in mein altes hektisches Muster verfallen, dann wundert euch nicht, wenn ihr nichts von mir lest. Ich sitze dann einfach auf einer Wiese und schaue mir in Ruhe eine Blume an.


Montag, 24. April 2017

Das ist der Sommer im Paradies, wie er eben aussieht, wenn man die Sonnenbrille absetzt - Hilde K. Kvalvaag


'Soll ich wirklich springen? Eigentlich haben Katrin und ich das immer zusammen gemacht. Aber sie ist nicht da. Meine Schwester, mit der ich jedes Jahr den Sommer bei Oma und Opa verbringe, ist nicht hier! Ich will nicht kneifen. Ich schaff das auch allein. Ich beweise es mir selber! Wer braucht schon Katrin?' Und dann spüre ich die Kälte des Wassers und die Luftblasen tanzen um mich herum.


Mittwoch, 12. April 2017

Der kleine Mondrabe - Marcus Pfister


"Ich beweise euch, dass ich zum Mond fliegen kann. Ja, genau. Und dann werdet ihr mich nicht mehr auslachen. Nein, denn dann werde ich ein Teil eurer Gruppe sein. Wir werden zusammen spielen. Wir werden Freunde sein, wenn ich den Mond erreicht habe!"



Freitag, 7. April 2017

Ich bin ein Teil der Band oder Buchgefieder meets...


Wieso Band, fragt ihr euch jetzt vielleicht. Um das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen. Es ist Freitag und ich sitze ganz gespannt im Büroraum 3 des CCL der Leipziger Buchmesse. Kiepenheuer & Witsch haben zum Bloggertreffen geladen. Mit dabei ist Autorin Susann Pásztor, die uns mit genauso großen Augen entgegenblickt und schließlich zur Begrüßung sagt: "Ich fühle mich, als wäre ich Backstage im Internet und lerne nun endlich die Band kennen." Toll, oder? Ein Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist. Darum möchte ich euch meine Band der Leipziger Buchmesse zeigen. All die lieben Menschen, die ich treffen durfte. Genau genommen habe ich viel mehr Menschen getroffen, aber wie in jedem Jahr fehlen dazu die Bildbeweise.



Freitag, 31. März 2017

Mehr Schwarz als Lila - Lena Gorelik


"Wir spielen ein Spiel! Wenn du mitspielst, musst du dich an die Regeln halten. Egal, was passiert. Du musst die Regeln befolgen. Wenn für dich deine Grenze erreicht ist, dann stehst du auf und gehst. Einfach so. Ohne eine Erklärung. Du gehst einfach weg. Aber dann hast du verloren..."



Samstag, 18. März 2017

Die Kuh vom Eis - Lars Ruppel


Zum Indiebookday eine Rezension zu schreiben, fiel einer Bloggerin nicht schwer,
auch wenn die Gedanken dabei so weit treiben, wie ein buntes Papierschiff im Meer.
Doch brauchte sie auch noch den ein oder anderen Leser, damit der Verlag denkt,
es wird immer besser, der Text, der macht wirklich was her.



Mittwoch, 15. März 2017

Leipziger Buchmesse - Mein Plan A


Heute in einer Woche sitze ich bereits in meinem Pensionszimmer in Leipzig und fiebere dem Donnerstagmorgen entgegen. Vermutlich knabbere ich dabei an einem Salatblatt oder werfe mir ganz standesgemäß das ein oder andere Gummibärchen in den Schnabel. Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann offensichtlich auch das Koffer-Pack-Problem in den Griff bekommen oder eine Shuttlebusfahrt zur Pension hinter mir. Momentan sitze ich eher planlos hier und überlege, was ich denn eigentlich alles brauche. Neben der provisorischen Messeausrüstung benötige ich ganz dringend eine Klamotten-Lösungs-App oder so. 


Woran das liegt? oder Was habe ich mir alles vorgenommen? 

Sonntag, 12. März 2017

Alle Jahre wieder...


...sitze ich im März da und warte auf den Frühling. Die ersten Boten haben ihre Köpfe schon ganz der Sonne, die leider noch etwas selten zu Gast ist, entgegen gestreckt. Hier und da versuchen die Krokusse, Hyazinthen und sogar schon die ersten Tulpen ans Licht zu kommen. Doch die Temperaturen sind noch nicht das, was ich mir für einen Frühlingsbeginn wünschen würde. Ich hab die Kälte sooo satt. Nachts von Arbeit kommen und Scheiben frei kratzen im März ist nicht lustig, wirklich nicht. Aber kalendarischer Frühlingsanfang ist erst am 21. März. Trotzdem! Kann dieses Wetter kein Erbarmen haben und jetzt schon mal frühlingshaft loslegen? Ja? Keine Antwort...


Ich werde mich wohl vorerst mit dem Klingeln der Schneeglöckchen zufrieden geben müssen. Wie sie im Wind mit den Köpfchen hin und her schaukeln. Aus sie ist halt immer Verlass. Jedes Jahr. Für die vielen anderen kleinen Frühjahrsblüher hoffe ich inständig, dass der Winter jetzt seine sieben Sachen packt und in den Sommerurlaub fährt. Ich helfe auch beim Packen! Nicht dass die kleinen Sonnengucker noch nachts erfrieren und ich erneut keine Blüten gucken kann, weil sie erfroren sind. Also bitte, lieber Frühling, jetzt streng dich mal an und zeige dem Herrn Winter wo der Hammer hängt...


Freitag, 10. März 2017

Der Junge, der nicht hassen wollte - Shlomo Graber


"Wenn sie mich erwischen, wie ich Essen stehle, dann bin ich tot. Vermutlich trifft mich gleich eine Kugel im Rücken oder im Kopf. Vielleicht ist das nicht einmal das Schlimmste. Aber wer versorgt Vater dann mit Nahrung aus dem Schweinetrog?"

Wenn man ein Buch aufschlägt, bei dem einem klar wird, dass es kein gutes Ende nimmt, dann tut es mit diesem Vorwissen um so mehr weh, von einem Jungen zu lesen, der zwar in einer armen Familie lebte, bei der er viel mit anpacken musste, aber trotzdem eine Kindheit hatte, die er als sehr glücklich beschreibt. Es verwundert, dass dieser Mensch, der bereits im Jahr 1926 geboren wurde, so voller Liebe und Hingabe die doch so schrecklichen Erlebnisse zu Papier gebracht hat.

"Sei stark und lass keinen Hass in dein Herz...
Liebe ist stärker als Hass, mein Sohn...
vergiss das nie!"

aus dem Buch "Der Junge, der nicht hassen wollte"


Mittwoch, 8. März 2017

Flugspuren im Februar


Wir nähern uns dem Frühling! Und der Buchmesse! Hach, herrlich. So langsam befreie ich mich aus meiner kleinen Wintermelancholie. Obwohl es draußen immer noch kalt ist, darf sich gern schon die ein oder andere Frühlingseuphorie einstellen. Schließlich beehrt uns Clärchen auch immer öfter wieder und schiebt sogar hier und da die Wolken beiseite, das man es sehen kann. Das Blau des Himmels! Was wäre jetzt naheliegender als sich endgültig vom Winter zu verabschieden. Am besten gelingt das im Nestchen mit meinen Flugspuren und euren Beiträgen!




Montag, 6. März 2017

Als der Elsternkönig sein Weiss verlor - Linda Wolfsgruber & Michael Stavarič


Ich werde das Weiß verbieten! Keiner darf anders aussehen als der König. Wenn ich nicht mehr aussehe, wie eine richtige Elster, dann dürfen alle anderen Elstern auch nicht mehr so durch die Lüfte flattern! Ich bin das Gesetz! Ich bin der Elsternkönig!

Eines Morgens stellt der Elsternkönig erschrocken fest, dass das Weiß aus seinem Gefieder verschwunden ist. Aber warum nur? Stecken andere Vögel dahinter? Will man ihm den Platz streitig machen? Ihn verhöhnen? Keine Elster aus seinem Volk spricht ihn jedoch direkt darauf an. Alle nehmen es hin, schließlich ist er der König. So nehmen es die gefiederten Untertanen auch stillschweigend zur Kenntnis, dass Weiß von nun an verboten wird. Doch mit jedem Groll, der in dem Elsternkönig aufflammt, weil er seine Zweifarbigkeit verloren hat, wächst auch der Widerstand bei seinem Vogelvolk.



Donnerstag, 2. März 2017

Nachts die Schatten - Helwig Arenz


Wenn ich jetzt weitergehe, dann greift der Schatten nach mir! Doch wenn ich hier stehen bleibe, dann werde ich mein ganzes Leben immer wieder stehen bleiben. Also stelle ich mich meinen Ängsten, auch wenn es weh tut und ich mich ausgeliefert fühle. Die Angst geht vorbei und mein Mut wird wachsen.



Sonntag, 5. Februar 2017

Messebesuch - Gewinn oder Geldverschwendung? - Blogparade


Die liebe Vera hat auf ihrem Blog überlegt, warum genau ein Messebesuch der Leipziger Buchmesse ein Gewinn oder eben auch Geldverschwendung sein kann. Dazu hat sie sich gleich eine Blogparade ausgedacht, bei der ich gern ein paar meiner Gedanken einfließen lassen möchte.

Die Leipziger Buchmesse ist für mich seit Jahren ein Ort, an dem ich mich gern aufhalte. Als ich noch nicht gebloggt habe, war ich im Höchstfall zwei Tage dort. Doch seit ich die Luft der großen weiten Buchbloggerwelt geschnuppert habe, bin ich die komplette Messezeit in den Hallen zu finden. Vier Tage! Was machst du denn vier Tage auf der Leipziger Buchmesse? Die Frage dürfte einigen bekannt vorkommen.



Donnerstag, 2. Februar 2017

Flugspuren im Januar


Zu Beginn des Jahres gab es leider keine Flugspuren von mir, was ganz sicher nicht an euren Beiträgen lag, sondern eher meiner vollkommenen Verplantheit geschuldet ist. Noch immer habe ich das Gefühl, dass mir das Jahr schon wieder durch die Finger gleitet. Schließlich haben wir den ersten Monat des neuen Jahres bereits verabschiedet. Kinders, wie die Zeit vergeht! Momentan stecke ich bereits voll in der Planung meiner ganz persönlichen Leipziger Buchmesse und fiebere schon ein wenig dem Programm entgegen. Doch bevor ich euch jetzt weiter vollkommen zuzwitschere, werde ich euch zeigen, was ich im Januar auf anderen Blogs gern gelesen habe.



Dienstag, 31. Januar 2017

Der Palio des toten Politikers - Kerstin Groeper - Guiseppe Bruno

Er spürt, die Anspannung des Pferdes und seines Reiters. Sieg! Nichts anderes zählt. Sie müssen siegen beim Palio in Siena. Alles andere ist nicht akzeptabel. Eine schlechte Startposition. Pferd und Reiter müssen sich anstrengen, wenn sie der Contrada zu Ruhm und Ehre verhelfen wollen! Alles ist jetzt angespannt, für einen kurzen Moment vergisst er, dass er Kommisar ist und einen Mordfall aufzuklären hat. Start! In wenigen Minuten wird es sich entscheiden! Freudenfest oder Trauerspiel? Laut brüllt er seine Anspannung hinaus, wie so viele andere Menschen auf dem Platz...


Sonntag, 22. Januar 2017

Herr Graureiher von Gegenüber


Liegt bei euch auch noch Schnee? Um das Nestchen herum ist es nach wie vor herrlich weiß. Nur auf den Straßen nicht, was ich im Übrigen sehr schön finde, denn die Buchgefieder-Familie ist vornehm und fliegt nicht mehr selbst, benutzt lieber vier Räder.

Über den Winter könnte man nun positive oder negative Dinge berichten. Diskussionen führen, sich ärgern, den Sommer herbei sehnen. Fakt ist, das Wetter und die Jahreszeiten können wir nicht beeinflussen und das ist gut so. Wir können aber die schönen Momente in den jeweiligen Monaten sehen. Und ich habe was gesehen. Etwas Großes, beinah stattlich Majestätisches. Einen Graureiher im Baum gegenüber unseres Nistplatzes.


So richtig glücklich sieht er zwar auch nicht aus, was man angesichts der Fusskälte durchaus nachvollziehen kann. Dennoch ein herrliches, geflügeltes Tierchen, oder? So ein Graureiher kann bis ca. 1 Meter groß werden. Also das perfekte Motiv für meinen Herrn EOS. Wie bereits in der letzten Woche wollten wir Kormorane fotografieren, die sich immer wieder in Gruppen im Geäst in der Nähe einfinden. Da flog uns Herr Reiher durchs Bild und schon war Herr EOS Feuer und Flamme. Mit etwas Geduld harrten wir im Schnee aus, als sich Herr Reiher endlich niederließ. Und zack, wurde fotografiert, was die Finger hergaben. Manchmal vergisst man ganz schnell, dass einem eigentlich sehr kalt ist...


Montag, 9. Januar 2017

Ein letztes Zeichen der Menschlichkeit...


...könnte Barack Obama, der noch amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, als letzte Amtshandlung setzen, bevor Donald Trump am 20. Januar 2017 vereidigt wird. Dafür reicht es aus, eine Begnadigung auszusprechen. Eine Begnadigung für einen Mann, der seit mehr als 40 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt.

Doch warum sollte dieser Mann begnadigt werden? Zum einen, weil er nie einen fairen Prozess hatte. Er wurde verurteilt für den Tod zweier Bundesagenten zu zweimal lebenslänglicher Haft. Es wurden während der Ermittlungen und während des Prozesses nachweislich Beweise gefälscht, Zeugenaussagen erzwungen. Anwälte haben gelogen. Das FBI brauchte einen Sündenbock und fand ihn in Leonard Peltier, einem Aktivisten des American Indian Movements. Einem Mann, der heute gezeichnet ist von 40 Jahren hinter Gittern und das ohne wirklich ausreichende medizinische Versorgung, ohne Nähe zu seiner Familie, die ca. 3000 Kilometer entfernt, der Turtle Mountain Band of Chippewa angehört, wie auch Peltier selbst.

Leonard Peltier hat den Status eines Schwerstkriminellen. Er sitzt im Hochsicherheitsgefängnis Coleman in Florida. Er ist 72 Jahre alt, leidet an Diabetes und an einem Abdominalen Aortenaneurysma, das jederzeit durchbrechen kann. Er benötigt dringend ärztliche Hilfe und vor allem eine Operation, die ihm helfen, ihm aber derzeit nach wie vor verwehrt wird.

Barack Obama könnte ein Zeichen setzen. Er braucht dazu nur ein letztes Mal sein Amt mit Mut und Ehre auszuführen und Leonard Peltier begnadigen, auch wenn es ausreichend Gegenstimmen gibt. Leonard Peltier ist trotz seines Status ein Vorzeigehäftling. Er hat sich in den Jahren seiner Gefangenschaft einen Namen als Maler gemacht und spendete einige seiner Bilder wohltätigen Einrichtungen und Veranstaltungen um so Geld zu sammeln. Er ist trotz seiner Verurteilung und dem daraus wenig "schönen" Umgang der Justiz ein Mann mit Visionen. Leonard Peltier hat so viele Menschen unterschiedlicher Stämme friedlich zusammen gebracht. Er setzt sich für Humanität ein. Wäre es da nicht nur gerecht, ihm selbst Humanität zu teil werden zu lassen?

(c) whoisleonardpeltier.info

Leider gibt es keine aktuellen Bilder, die diesen gezeichneten Mann zeigen, da er bereits seit Jahren keinen Besuch mehr empfangen darf. Leonard Peltier ist keine Gefahr! Er ist ein Aktivist, sicher, aber er ist 72 Jahre alt und hat 40 Jahre in Hochsicherheitsgefängnissen verbracht, ohne das seine Schuld zweifelsfrei bewiesen wurde. Er braucht dringend ärztliche Hilfe. Er spendet seine Kunstwerke humanitären Einrichtungen. Glauben die Menschen in den USA wirklich, dass er ihnen gefährlich werden kann, wenn er jetzt einen Fuss in Freiheit setzen würde. Wenn er einfach wieder nach hause gehen könnte?

Ich kann in diesem Post nicht alle Fakten aufzählen, die mich dazu gebracht haben, dass ich seit letztem Frühjahr immer wieder auf Twitter oder Facebook um Gerechtigkeit bitte. Ja, hier aus Deutschland. Barack Obama ist noch ca. 11 Tage im Amt und nur er hat es in der Hand, dass Leonard Peltier nicht aus dem Gefängnis getragen wird, leblos. Er kann ihm Menschlichkeit schenken und ihm so den Weg nach Hause öffnen.

Mehr über den Fall Leonard Peltier erfahrt ihr hier und hier.


Ich werde die letzten verbleibenden Tage bis zum Amtsantritt des neuen Präsidenten vor allem vermehrt auf Twitter weiterkämpfen, nachdem ich bereits einen Brief geschickt und Petitionen unterschrieben habe. Barack Obama ist unter @POTUS bis zum 19. Januar als Präsident und mit seinem Account @BarackObama auf Twitter zu erreichen.

Vielleicht habt ihr einen Twitteraccount und unterstützt mich beim Twittern des unten stehenden Tweets (einfach kopieren). Jeder Tweet könnte derjenige sein, der Barack Obama davon überzeugt, dass er in erster Linie ein Mensch ist und das er sich gegen die stellt, die Leonard Peltier im Gefängnis sterben sehen wollen!

Please @Potus @BarackObama be a human! Let him go home! #FreeLeonardPeltier #LeonardPeltier 


Sonntag, 8. Januar 2017

Verschneite Grüße...


...aus dem Nestchen schicke ich euch zum heutigen Sonntag! Auch in diesem Jahr werde ich diesen als den Tag für mein Foto der Woche nutzen. Ich mag meinen Herrn EOS sehr und er freut ich immer, wenn wir durch das Unterholz kriechen, auf Brücken stehen, durch Märkte schlendern oder einfach nur die aktuelle Lektüre im Bild festhalten. 2017 möchte ich mich, was meine Fotos betrifft, etwas weiterentwickeln, neue Dinge ausprobieren und so hoffentlich immer besser werden. Vorbilder gibt es eine Menge, auch nur ansatzweise in ihre Nähe zu kommen, ein Traum.

Also fange ich klein an. Besonders das Thema Belichtung werde ich wohl noch besser üben müssen. Besonders im Schnee eine für mich schwierige Angelegenheit. Aber egal, ich denke, das Bild des ersten Fotos der Woche 2017 spiegelt auch so wieder, dass es rund ums Nestchen doch sehr verschneit ist. Eigentlich wollte ich euch eine Gruppe Kormorane zeigen, aber die sahen auf den Bildern wirklich nicht so toll aus. In Natura sind sie sehr "erhaben". Auf meinem Bild wirkte das leider nicht so. Darum nur dieses kleine Winterbild mit Enten. 


Der Schnee hatte uns diese Woche im Griff. Dazu gab es glatte Straßen und frierende Hände. Aber es gab auch Rodelspaß, nasse Hosen und einen Nestkater, der einem Schneemann glich. Jeden Morgen Schneeschnippen kann das Fitnesscenter ersparen. Ich bin nicht der Wintertyp, aber im Moment finde ich es schön, so wie es ist. Das Tauwetter darf ruhig noch etwas warten. Findet übrigens auch die kleine Miss Sunshine, verabschiedet sich und zieht ihren Schlitten zum Rodelberg.

Wie sieht es denn bei euch aus? Habt ihr auch noch Schnee?


Mittwoch, 4. Januar 2017

Für immer Freunde - Roald Kaldestad - Björn Rune Lie

"Schau um dich - und du wirst sehen, wie viele auf deine Freundschaft, dein Lächeln, auf deine freundlichen, tröstenden Worte warten." (Ludwig Köhler)

Zweihundertneunundsechzig Tage Regen. Ein kleiner Junge sitzt am Fenster und zählt die Regentage. Vor zweihundertneunundsechzig Tagen ist seine beste Freundin in die große Stadt gezogen. Seit dem hat es mehr geregnet, als es Sonnenschein gab. Auch in seinem Herzen ist das so. Er vermisst sie. Jeden Tag. Jeden Abend. Wie schön war die Zeit, als sie beide noch auf Bäume geklettert sind, als sich Lena zwischen ihn und zwei Jungen gestellt hat. Wie sie herumgetollt sind im Wald und gemeinsam Filme geschaut haben. Die Erinnerungen schmerzen. Wie es Lena wohl geht? Zweihundertneunundsechzig Tage ist eine lange Zeit ohne seine beste Freundin. Ob die Sonne bald wieder häufiger für ihn scheint?


Montag, 2. Januar 2017

"Die Ozeane sind gefährlich und schrecklich ihre Stürme. Doch das ist nicht Grund genug um an Land zu bleiben."


Motto der Woche


Aphorismus von Ferdinand Magellan

Wollt ihr in diesem neuen Jahr am bekannten Ufer verweilen oder seid ihr neugierig, mutig und abenteuerlustig neue Dinge auszuprobieren? Dann solltet ihr euch von eurer Insel aufs Meer hinaus begeben und dort vielleicht auch mit Stürmen rechnen, mit starkem Wellengang und eventuell auch mit der Einsicht, dass eine andere Richtung die bessere ist. Das Leben ist ein Ozean mit vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, mit vielen großen und kleinen Häfen und mit neuen und bekannten Mitreisenden. Wir durchleben Ebbe und Flut, leichte Brisen und starke Turbulenzen. Doch am Ende beruhigt sich die See und lässt uns bis weit hinter den Horizont blicken.


Auch wenn es nicht immer ruhig auf See verlaufen wird, so macht uns doch jeder Sturm auch ein kleines Stück stärker und vor allem erfahrener. Es ist wichtig, dass man immer wieder neue Dinge ausprobiert. Ohne sie bleibt man stehen. Man bleibt zwar wer man ist, aber bewegt sich nicht vorwärts, entwickelt sich nicht weiter. Das kann man nur, wenn man auch an entfernte Ufer schippert und dort vor Anker geht. Vielleicht entdeckt man dabei sogar komplettes Neuland oder man stößt auf Menschen, die einen für eine Weile oder gar für immer begleiten. Das Leben ist Veränderung und nicht Stillstand. Es heißt neue Segel setzen, auch dann, wenn man sich nicht sicher ist, wohin man genau steuert. Ein bisschen Abenteuer gehört dazu. Lasst euch also von neuen Ideen nicht verwirren, sondern nutzt sie, entwickelt sie weiter, setzt sie um. Bietet eurem Lebenssturm die Stirn und lasst euch nicht um wehen. Wachst an euren Ideen und an euch selbst!

Ich wünsche euch eine tolle erste Woche des Jahres 2017 mit vielen neuen Ideen und kleinen Inseln, die es zu entdecken gilt!