Mittwoch, 10. September 2014

Gefallene Engel - Seppo Jokinen ❀ ❀ ❀ ❀ ❀

Gefallene Engel
Seppo Jokinen
Kriminalroman
Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-869-13468-0
Preis: 19,95 €

Tamperes, Finnland: In einem Vorort wird die Leiche eines jungen querschnittgelähmten Mannes gefunden. Von seinem Rollstuhl allerdings fehlt jede Spur. Der Fundort der Leiche wirft Fragen auf. Wie kam der Mann dorthin? Wo ist der eigentliche Tatort? Wo ist der Rollstuhl? Wer ist so eiskalt und ermordet eine Person, die in ihren Bewegungen so dermaßen eingeschränkt ist? Kommisar Sakari Koskinen macht sich daran diesen Fall zu lösen. Dabei führen seine Ermittlungen in ein Wohnheim namens "Wolfsstube". Dort trifft er auf zwei trinkfreudige Bewohner, die sich als die "Gefallenen Engel" bezeichnen. Sie trauern ihrer Zeit als aktive Motorradfahrer hinterher und scheinen wenig bestürzt über den Tod ihres Mitbewohners. Koskinen und sein Team laufen bei jedem neuen Ermittlungsansatz Gefahr, den Faden zu verlieren und versuchen verzweifelt, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Gerade als sie glauben, es würde ansatzweise vorwärts gehen, gibt es weitere Opfer, die anscheinend das anfängliche Bild zum Mörder in Zweifel ziehen...

"Gefallene Engel" erschien bereits 2001 unter dem finnischen Orginaltital "Hukan enkelit" und ist der sechste Fall für Kommisar Sakari Kokinen. Dieses Buch des finnischen Bestsellerautors Seppo Jokinen wurde bereits 2012 in englischer Sprache veröffentlicht. Der ars vivendi Verlag veröffentlichte es nun mit Hilfe der Übersetzerin Gabriele Schrey-Vasara erstmals in deutscher Sprache. Auch wenn es sich bei "Gefallene Engel" nicht um den ersten Fall des Kommisars Koskinen handelt, so fällt es dem Leser leicht, in den Plot zu finden. Der Fall ist für sich abgeschlossen und weitere mitwirkende Personen werden gut beschrieben, so dass man schnell im Kreis der Ermittler zurecht kommt. Mit seinem Protagonisten hat Jokinen eine Person geschaffen, die vollkommen authentisch agiert und diverse Ecken und Kanten aufweist. Seine manchmal impulsive Art und seine genutzte Intuition machen ihn zu einem sehr sympathischen Protagonisten. Einzig ein konkretes Aussehen wollte sich nicht vor dem geistigen Auge zeichnen. Das wiegt aber wenig schwer, da der Roman sonst einiges zu bieten hat, was den Lesefluss ziemlich schnell macht. Besonders hervorzuheben wäre die direkte Rede. Selten haben Dialoge einzelner Personen so authentisch geklungen. Auch der beinahe Verzicht auf ausladende Schachtelsätze gibt dem Roman sein Tempo. Der Plot an sich ist ein kleines Meisterwerk von einem Handlungsgerüst. Dem Leser bleibt lange verborgen, wer hier ein "falsches" Spiel spielt, auch wenn ein paar kleine Vorahnungen hier und da sich im Kopf des Lesers festsetzen. Gerade deshalb gibt es für diesen Kriminalroman eine klare Leseempfehlung und die Hoffnung, dass weitere Fälle des Kommisars ihren Weg in die deutschen Buchhandlungen finden.

Seppo Jokinen wurde 1949 in Tampere, Finnland, geboren. Er lebt auch heute noch in seinem Geburtsort, was man dem Roman "Gefallene Engel" in sofern anmerkt, dass er mit viel Liebe zum Detail von der Gegend schreibt. Dieser sechste Fall seines Kommisar Kokinen bescherte ihm 2002 den Finnischen Krimipreis. Bereits 1996 erschien der erste Fall seines Protagonisten und ihm sollten bis zum Jahr 2014 noch 18 weitere folgen. Derzeit befindet sich Fall Nr. 20 in Bearbeitung. Seppo Jokinen ist der beliebteste und bekannteste Krimiautor Finnlands.

Dieses Buch wurde mir vom ars vivendi Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Kommentare:

  1. Mit "Gefallene Engel" habe ich mal in die finnische Krimiszene hineingeschnuppert und eigentlich hatte ich auch gehofft, dass mehr Bücher aus dieser Reihe ins Deutsche übersetzt werden, denn ich fand das Buch sehr lesenswert. Leider war das bis jetzt nicht so und ich habe die Hoffnung aufgegeben, mehr Fälle mit Kommissar Koskinen und seinem Team zu lesen. Sehr schade.
    Liebe Litnetzwerk-Grüße von
    Gabi

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    1. Hallo liebe Gabi,

      ich würde auch gern mehr lesen. Mir hat "Gefallene Engel" sehr gefallen. Vielleicht sollte ich bei ars vivendi mal anfragen, warum es danach nichts weiteres übersetzt gab.

      Ganz liebe Grüße
      Karin

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    2. Im Original ist das wohl eine ganz lange Reihe von fast schon 20 Bänden, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Wahrscheinlich war der kommerzielle Erfolg nicht groß genug, das ist ja meistens der Grund. Obwohl diese eine "Kostprobe" schon klasse war.
      Liebe Grüße
      Gabi

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    3. 20? Oh, dass es soviele sind wußte ich gar nicht. Dann ist das umso mehr schade, dass auf Deutsch sonst nichts mehr lesbar ist.

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Ich freu mich über euer Gezwitscher!