Montag, 19. Dezember 2016

In der Weihnachtsbäckerei - Blogger-Adventskalender - Türchen Nr. 19


Hallo und Herzlich Willkommen im Blogger-Adventskalender 2016! Auch in diesem Jahr wieder initiiert von Mona aus dem Tintenhain. Gestern seid ihr bei der lieben Hanne zu Gast gewesen. Heute öffnen wir gemeinsam das Türchen Nummer 19 in meinem gefiederten Nestchen. Ich freue mich sehr, dass ich zum zweiten Mal Teil dieses Adventskalenders sein darf und werde euch, wie bereits im vergangenen Jahr, eine Kurzgeschichte aus eigener Feder vorstellen. Folgt dem Duft von Plätzchen...





In der Weihnachtsbäckerei

 
"Papa, können wir Plätzchen backen?", fragend sieht mich meine sechsjährige Tochter Sophie an. Ihr kleiner Bruder Oskar, gerade drei geworden am vergangenen Sonntag, klettert auf einen der Küchenstühle. "Kekse", sagt er laut und grinst von einem Ohr zum anderen. 'Ich habe ein Problem', denke ich. Meine Frau, die wirklich die tollsten Plätzchen auf Erden backen kann und jedes Teigrezept in ihrem Kopf abgespeichert hat, ist leider nicht zu hause. Musste sie auch unbedingt jetzt den Weihnachtseinkauf erledigen? Klar, ich hatte ihr versprochen, dass ich es am 22. Dezember nach Arbeit machen würde. Konnte ja keiner ahnen, dass die Weihnachtsfeier am Tag zuvor so feuchtfröhlich endete und ich daraufhin solch einen Kater bekam, dass ich nicht einmal mehr wusste, wie ich heiße. Und nun stehe ich hier am 23. Dezember in der Küche, allein mit zwei kleinen Keksmonstern.

Meine Kindern klippern mich beide breitgrinsend an. Sophie hält schon die Ausstechformen in der Hand. Na gut, es nützt alles nichts. Ich versuche mich zu erinnern, welche Zutaten in solch einen Plätzchenteig gehören. Kann ja nicht so schwer sein. Mehl, Butter, Zucker, Vanillezucker und Eier habe ich mir bereitgestellt. Aber wieviel von dem Zeugs brauche ich denn nun? Egal, ich gebe Pi mal Daumen in eine Schüssel, verknete es ordentlich und stelle den fertigen Teig in den Kühlschrank. Macht meine Frau auch immer so. Mit den Kindern räume ich den Tisch frei und gebe schon mal eine ordentliche Portion Mehl darauf. Oskar hustet. Ich sehe nichts mehr. "Ha, ha, der Papa hat Mehl im Gesicht!", freut sich Sophie. Vielleicht hätte ich mit dem Mehl doch noch etwas warten sollen. 

Irgendetwas stimmt mit dem Teig nicht. Der klebt wie verrückt am Nudelholz, wenn ich versuche ihn auszurollen. Meine Kinder werden langsam ungeduldig. Ich grinse ihnen ins Gesicht und bitte Sophie mir noch etwas Mehl auf den Teig zu geben. Noch ehe ich Stopp rufen kann, hab ich einen riesigen Mehlberg auf meinem Teig liegen. Oskar hustet erneut. Sophie lacht laut auf. Ich seufze.
Nachdem ich das überschüssige Mehl sowohl aus meinem Gesicht als auch vom Teig entfernt habe, hat Oskar sich bereits ein Stück davon in den Mund geschoben. "Aber nicht so viel naschen, sonst bekommst du Bauchweh!" Herje, ich höre mich schon an wie meine Mutter. Jetzt kaut Sophie verdächtig. "Das gilt auch für dich!" Mit meinem bemehlten Finger stupse ich an ihre Nase, die daraufhin weiß wird.

Nachdem ich das größte Chaos verhindern konnte, endlich den Teig rollfähig bekommen habe, stechen die Kinder nun fleißig ihre Formen aus. "Dein Engel hat nur einen Flügel." Sophie zeigt Oskar, dass er die Ausstechformen richtig in den Teig eindrücken muss. Dem kleinen Mann gefällt das gar nicht. "Mach ich alleine!", ruft er empört. "Mein Teig!" Ein kleines Stück verschwindet in Oskars Mund. "Wenn du noch mehr isst, dann haben mir nachher gar keine Kekse!", sage ich und stupse auch ihm an die Nase. "Was riecht hier so komisch, Papa?" Sophie reißt mich aus meinen Plätzchengedanken. Oh nein, das erste Blech hatte ich bereits vor 37 Minuten in den Ofen geschoben. Gibt es eigentlich eine Farbe, die sich schwarzgold nennt? Diese etwas zu kross geratenen Dinger kann noch nicht einmal Zuckerguss retten. Backblech Nummer zwei soll es richten. Jetzt sitze ich vor dem Ofen und schaue den Keksen beim Braunwerden zu. Oskar setzt sich auf meinen Schoss. "Will auch fernsehen!" Ich grinse, meine Hose ist von seinen Händen voll Teig. 'Heute sehen Sie eine neue Folge der erfolgreichen Serie "Desperate Houseman', denke ich.

Die ersten Plätzchen sind fertig und damit meine ich, dass sie auch genießbar sein werden. Backblech Nummer drei und vier verschwinden nacheinander im Ofen. "Jetzt müssen wir die Plätzchen aber noch hübsch machen.", sagt Sophie und reibt mir die bunten Streusel unter die Nase. Ich versuche mich an Zuckerguss und bin erstaunt, wie einfach sich das gestaltet. Sophie verziert ihr erstes Plätzchen hoch konzentriert mit immer nur einem Streusel nach dem anderen in den Fingern. Oskar ist da eher der Mann fürs Grobe. Nach seinen ersten beiden Plätzchen ist eine der Streuselpackungen beinah leer. Ich hole eine kleine Schüssel, drehe die Kekse vorsichtig darüber um und kann so noch einige Streusel retten. Oskar schaut mich grimmig an. "Meine Kekse!" Bevor noch ein Plätzchenkrieg ausbricht, lege ich ihm die Kekse wieder an seinen Platz. Sophie ist nach 20 Minuten mit ihrem Kunstwerk fertig. Sie steht auf und will in ihr Zimmer gehen. "Was ist mit den anderen Plätzchen?", frage ich. "Keine Lust mehr.", lautet ihre kurze Antwort. Oskar sitzt da und spielt mit seinen Keksen. Plötzlich fehlt einer. Er grinst.

"Was ist denn hier los?" Meine Frau seht im Kücheneingang. Ich habe gar nicht bemerkt, dass sie nach hause gekommen ist. Ich sehe ihren schockierten Gesichtsausdruck. Erst jetzt bemerke ich das kleine Chaos, welches wir angerichtet haben. Der Tisch ist einigermaßen sauber, wenn man von den herumliegenden Plätzchen, Mehlresten und bunten Streuseln mal absieht. Doch der Boden ist quasi nicht als solcher zu erkennen. Welche Farbe haben unsere Fliesen eigentlich? Ich sehe nur Mehl und zwischendrin klebende Teigreste, garniert mit Zuckerguß oder Streuseln. Die Spurensicherung der Polizei hätte ihre wahre Freude an den Fußabdrücken im Mehl-Teig-Mix. Leugnen zwecklos. Ich bin schuldig. Meine Frau entdeckt die verkohlten Plätzchen und schüttelt den Kopf. Ich sehe Sophies Plätzchenkunstwerk. Bevor meine Frau auch nur einen Ton über die Lippen bekommt, halte ich ihr den Keks unter die Nase. Darauf zu sehen ist ein rosafarbenes Streuselherz. "Aber ich habe mir doch so viel Mühe gegeben!", sage ich kleinlaut. Wohl überlegt, dass sie mir nicht glaubt, dass ich mit meinen unförmigen Fingerbewegungen, solch ein Kunstwerk zu Stande bringen würde. Und doch ist da jetzt ein Lächeln in ihrem Gesicht...




In diesem Jahr haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht, schließlich jährt sich der Blogger-Adventskalender zum fünften Mal. Da Buchliebhaber meist auch Spaß daran haben, ihr Wissen zu testen, haben wir uns für die Adventszeit ein Literaturquiz ausgedacht. Heute geht es bei mir aber nicht um das Wissen über ein Buch oder einen Autor, sondern über eine Leckerei zur Weihnachtszeit.

Frage 19. Dezember


In welchem Land isst man Kolachki in der Weihnachtszeit?

Spielregeln


Fast jeden Tag findet ihr unter dem Beitrag zum Adventskalender eine Frage. Wisst ihr die Antwort, dann schickt sie bitte an adventsquiz@gmx.de. Bitte tut dies immer unter dem gleichen Namen und gebt als Betreff den Kalendertag an. Für die fünf Teilnehmer, die die meisten Fragen richtig beantworten, gibt es etwas zu gewinnen.

Ihr wollt wissen was ihr gewinnen könnt und wie die Teilnahmebedingungen im Einzelnen aussehen? Dann schaut doch bitte bei Mona im Tintenhain vorbei und lest dort alles genau nach. Nur soviel, ich würde auch gern gewinnen!

Selbstverständlich würde ich mich auch sehr über Kommentare unter meinem Geschreibsel hier freuen. Sagt mir doch einfach, ob euch die Kurzgeschichte gefallen hat. Bitte seht davon ab, diese Kurzgeschichte ohne meine Erlaubnis zu kopieren oder anderweitig zu nutzen und zu vervielfältigen. Sie ist mein geistiges Eigentum, welches ich gern mit euch teile. Trotzdem unterliegt sie dem Urheberrecht. 

Ich wünsche euch noch eine schöne Vorweihnachtszeit, auch wenn diese nur noch vier Tage dauern wird. Habt an Heilig Abend und an den Weihnachtsfeiertagen eine wundervolle Zeit mit euren Lieben!

Morgen geht es weiter mit Türchen Nummer 20. Dies findet ihr bei der lieben Nicole von about books.


Kommentare:

  1. Die Geschichte gefällt mir. :)

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    1. Liebe Silke,

      das freut mich sehr! Ich ja immer so selbstkritisch... ;)

      Ganz liebe Grüße
      Karin

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  2. Was für eine süße Geschichte, die lese ich heute Abend vor!
    Nun war sie doch noch eine Überraschung. ;-)

    Ganz liebe Grüße
    Mona

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Ich freu mich über euer Gezwitscher!