Dienstag, 31. März 2015

"Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können."

(c) Aliaksei Skreidzeleu



Aphorismus von Friedrich Nietzsche

Chaos, kenn ich und kann ich. Manchmal bin ich ein sehr chaotischer Mensch, nicht unbedingt im Sinne von Unordnung, mehr aber im nicht sortieren meiner Gedanken. Wenn es sprudelt, dann sprudelt es und zwar richtig. Dann ist es schwer alles zu ordnen, jeden Gedanken festzuhalten und dann weiter zu denken und zu formen, vielleicht zu einem Stern. Manchmal wird daraus aber meist nur ein laues Lüftchen, was durchs Nestchen weht und einfach so verschwindet. Denn nicht jeder Gedanke will oder kann zu ende gedacht werden. Manche führen einfach in eine Sackgasse. Und dann, dann gibt es wieder diese Momente, in denen aus diesen Gedanken Dinge wachsen, die sich entwickeln und die tanzende Sterne gen Himmel bewegen. Dies zeigt, dass Chaos nicht zwingend schlecht sein muss, man muss nur wissen, dieses zu nutzen oder zu ordnen, wenn auch nicht unbedingt bis zur Katalogisierung. Chaos ist gut, denn es ermöglicht uns, eine neue Ordnung zu schaffen. Vielleicht erhalten wir dadurch eine neue Sichtweise auf Dinge, die uns bewegen. Können uns so besser strukturieren und organisieren. Also lasst ein wenig Chaos in euer Leben und vielleicht erfüllen wir den Nachthimmel bald gemeinsam mit vielen tanzenden und springenden Sternen. 

Ich wünsche euch eine geordnete Chaoswoche mit vielen neuen Ideen!!

Samstag, 28. März 2015

Jamies Quest, Aufgabe gesucht - Dominic und Cornelia Franke


Letztens ist mir ja was eigenartiges passiert. Ich saß vor meinem Laptop, bearbeitete gerade Mails, als ich plötzlich eine kleine runde Lichtkugel aus der Wand kommen sah. Etwas panisch und doch starr vor Schreck, hielt ich inne und konnte plötzlich die Stimme einer Frau vernehmen. Sie meinte, ich solle Jamie folgen. Er brauche unbedingt Begleiter, die seine Geschichte lesen. Dabei deutete die Lichtkugel auf mein Bücherregal und erhellte dabei ein grünes Buch mit goldfarbenen Ornamenten. Etwas irritiert, aber doch sehr interessiert, nahm ich das Buch zur Hand und las...

(c) Cornelia Franke
Jamie ist eigentlich ein ganz normaler Junge. Er hat eine Freundin, die momentan etwas sauer ist, er wird von einem Schulkameraden nicht ernst genommen, sogar eher geärgert und er liebt es Computerspiele zu spielen. Dabei fühlt er sich stark und voller Pläne. In diesen Welten ist er zu hause. Doch bei einem seiner neuesten Computerspiele passiert etwas Merkwürdiges. Jamie hat das Gefühl, es wäre etwas zu real, denn plötzlich findet er sich in einer Welt wieder, die ihm vollkommen fremd ist. Hier muss er auf einmal einen Mut beweisen, von dem er glaubte, er habe ihn gar nicht. Denn in dieser Welt gibt es Wesen, die Jamie noch nie so groß gesehen hat, Wesen, die sprechen können und die vor allem fliederfarben sind. Bevor Jamie sich versieht, befindet er sich mittendrin in einem Abenteuer...

Jamies Quest - Aufgabe gesucht ist das erste Buch zu den Abenteuern des jungen Jamie. Dominic und Cornelia Franke erarbeiteten gemeinsam einen Plot, der sehr fantasievoll und abenteuerlastig ist. Zu Beginn braucht man etwas, um sich richtig in die Geschichte hinein zu versetzen, aber ist man einmal drin, gibt es kein Entkommen mehr. Der Plot ist flüssig und gut durchdacht. Die Figuren und Wesen haben die beiden sehr authentisch gezeichnet, sofern dass bei Fantasywesen der Fall sein kann. Die tollpatschige meist naive Art des Protagonisten hält die Geschichte am Laufen und ist in einigen kurzen Sequenzen sogar komisch. Einzig einer der Nebendarsteller war etwas undurchsichtig und gar eher unsympathisch. Vielleicht lag dies an einem Laster, dem er beinahe ständig zu frönen scheint. Zum Thema Spannung sei zu sagen, dass der Wechsel zwischen verschiedenen Szenen und Orten diese aufrecht erhält, jedoch noch weiter ausbaufähig ist, um ein Pageturner zu sein. Die Umgebung, in der die Geschichte spielt, wird wunderbar erklärt und ist, so unterschiedlich sie auch manchmal sein mag, sehr gut vorstellbar. Sehr positiv ist die ganze Aufmachung, auch wenn nur ein Taschenbuch, so merkt man doch, wieviel Arbeit, Zeit und Herzblut die beiden Autoren in dieses Werk gesteckt haben. Dies wird sicherlich auch an dem Rezept am Ende des Buches sichtbar. Dieser Jugendroman, der Teil einer Reihe ist, eignet sich für Leser ab einem Alter von 14 Jahren.

Cornelia Franke wurde 1989 in Deutschland geboren. Schon im Kindesalter war sie von Büchern fasziniert, insbesondere das Genre Fantasy hatte es ihr angetan. In ihr stieg neben dem Lesen auch der Wunsch nach etwas eigen Geschriebenen. Mittlerweile hat sie bereits einige Veröffentlichungen geschafft. Ihr vierter Roman erscheint Ende 2015 bei cbt.

Dominic Franke wurde 1982 in Deutschland geboren. In seinem normalen Bürojob konnte er sich nicht bis ins hohe Alter sehen und befasst sich lieber mit dem Schreiben von Drehbüchern. Seit 2008 arbeitet er gemeinsam mit Cornelia an neuen Romanideen und hilft ihr bei der Umsetzung.

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Dominic und Cornelia als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Jamies Quest, Aufgabe gesucht - Dominic und Cornelia Franke - Jugendbuch
Taschenbuch - ISBN 978-3-000-46935-0
Preis 13,99 € - ab 14 Jahren

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Donnerstag, 26. März 2015

Heute in vier Wochen...


ist es endlich wieder soweit. "Blogger schenken Lesefreude" wird für einige Tage wieder das Nestchen bereichern. Am 23. April wird es hier drei Bücher geben, die gern aus meinem Nestchen zu euch geflattert kommen wollen. Um welche Bücher es sich dabei handelt, erfahrt ihr nachfolgend. Ich werde drei Bücher unterschiedlicher Genre verschenken, bei denen ihr auch hier eine Rezension im Nestchen nachlesen könnt. Wie immer sind es Bücher, die mir sehr am Herzen liegen. Eines der Bücher wird es sogar signiert geben. Ich freue mich sehr, auch in diesem Jahr wieder dabei zu sein und hoffe natürlich auch auf viele Menschen, die beschenkt werden wollen. 

Das werde ich verschenken:

Andrea Heuser und ihr "Augustas Garten", ein wundervoller beinah poetischer Roman über die Liebe zwischen Mutter und Tochter. Dieses Buch hat mich sehr berührt und ich möchte es gern an euch weitergeben. Andrea Heuser hat meine Rezension zu ihrem Buch bereits gelesen und mir dazu eine Nachricht geschrieben, die mich selbstverständlich sehr gefreut hat.

Tanja Mikschi und ihr "Auf den Pfaden des Luchses", ein Roman zum Thema Native People der in den Jahren um 1830 spielt. Dieses Buch lese ich gerade und habe es mir selbstverständlich von der Autorin signieren lassen. Auf der Leipziger Buchmesse durfte ich ein kleines Interview mit ihr führen, welches vor dem Welttag des Buches noch erscheinen wird. Gleich verhält es sich mit meiner Rezension zu ihrem Debütroman. Dieses Buch habe ich vom Traumfänger Verlag für die Aktion zur Verfügung gestellt bekommen und ich habe es für euch gleich signieren lassen. 

Lars Ruppel und sein "Holger, die Waldfee" in gedruckter Version wurde mir freundlicherweise vom Satyr Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Rezension zum Hörbuch könnt ihr gern nachlesen. Lars Ruppel versteht es Lyrik zu einem Mittel zu machen, was ganze Menschenmengen unterschiedlichen Alters bewegen kann. Dieses Buch liegt mir sehr am Herzen.

Es wird für jedes Buch einen eigenen Post geben, in dem ich noch einmal genau sagen werde, warum ich mich gerade für dieses Buch entschieden habe, warum ihr es unbedingt lesen solltet. Mitmachen darf bei den drei Verschenkaktionen wieder jeder der bereits 18 Jahre alt ist und in Deutschland oder Österreich zu hause ist. Bitte habt Verständnis, dass ich die Bücher ungern in andere Länder schicken möchte, denn sie werden voraussichtlich nicht als Büchersendung versendet werden. Warum? Das kann und will ich noch nicht verraten. Selbstverständlich wäre es schön, wenn die Bücher, sofern sie von Bloggern gewonnen werden, auch auf deren Blog besprochen werden könnten. Über den Link würden sich sicher die Verlage sehr freuen. 

Nun warten wir im Nestchen noch vier Wochen und dann dürft ihr gern an den Aktionen teilnehmen oder ihr werdet einfach selbst ein Teil von "Blogger schenken Lesefreude".

Montag, 23. März 2015

Im Leben gibt es nur vier Fragen, die zählen: Was ist uns heilig? Woraus besteht die Seele? Wofür leben wir? Was ist es wert, dafür zu sterben? Die Antwort zu jeder Frage ist dieselbe: Nur die Liebe..."

(c) Nophamon Yanypong



Aphorismus von Johnny Depp

Bitte nicht mit den Augen rollen! Ja, schon wieder die Liebe. Aber sind wir doch mal ehrlich, nichts ist wichtiger in unserem Leben, nichts ist wichtiger es anderen zu geben, nur die Liebe gibt unserem Leben einen Sinn. Nicht Neid, Hass und Macht. Mit diesem wohligen warmen Gefühl vermögen wir viel mehr zu erreichen, als uns dass mit Neid je möglich sein wird. Dies müssen nicht unbedingt große Taten sein, meist sind es die Vielzahl an kleinen Gesten, die es ausmachen. Ein liebes Wort, eine liebe Umarmung, ein kleines Geschenk von Herzen oder ganz liebe Gedanken an jemanden, die man nur mit ihm teilt. So etwas schafft Nähe und Vertrauen, welches wiederum durch die Liebe gestärkt wird. Betrachten wir die vier Fragen, so findet sich für jeden Einzelnen vielleicht ein Unterschied in den Antworten und doch wird bei genauerer Betrachtung die Liebe der Grundstein sein. Heilig sollten uns die Menschen in unserer Umgebung sein, unsere Familie und Freunde. Woraus die Seele direkt besteht, lässt sich wohl schwer greifbar machen, aber mit der Liebe gesegnet ist der Mensch wohl sehr gut beseelt. Wofür leben wir? Um uns zu streiten? Um neidig zu sein? Macht das Sinn? Wohl eher nicht. Wir sollten leben, um Kompromisse zu schließen, Verständnis zu haben und anderen ihre Erfolge gönnen. Auch das geht mit Liebe viel viel leichter. Gibt es etwas, was es wert ist, dafür zu sterben? Darüber denken wir sicher am wenigsten nach, weil wir immer meinen, wir hätten noch so viel Zeit. Trotzdem verschwenden wir sie oft mit Dingen, die vollkommen unnötig sind. Versuchen wir also die Momente zu leben, die voll von Liebe sind, die voll von Wärme sind. Versuchen wir alle anderen Momente zu etwas besonderem zu machen, in dem wir ihnen mit Liebe begegnen. 

Ich wünsche euch eine wundervolle neue Woche mit vielen schönen Momenten und mit ganz vielen liebevollen Erlebnissen!

Freitag, 20. März 2015

Buchgefieder meets...


Keine Ahnung, ob euch diese Posts eigentlich gefallen, aber ich brauche sie. Nach jeder Messe habe ich bisher einen geschrieben und ihn mit Fotos vollgepackt. Besonders wenn ich mal wieder in einem kleinen Loch festhänge, schaue ich mir diese Bilder und Worte an und denke mich an jene Momente zurück. So eine Zeitreise zu vergangenen Buchmessen ist doch einfach herrlich. Wen es nicht interessiert, der mag mir diesen Post nicht übel nehmen und alle anderen sind herzlich eingeladen, ihn bis zum Ende zu lesen, Bilder zu begutachten und eventuell zu kommentieren. 

Am Anfang die allseits beliebte Frage, wo denn am besten beginnen? Nun ich poste die Bilder jetzt einfach der Reihenfolge nach und schreib euch mein Gezwitscher dazu. Fertig! Irgendwelche Einwände? Nein? Dann mal los:

Zu allererst möchte ich mich ganz doll bei meiner lieben Sonja bedanken. Ohne sie wären die Buchmessen nicht das, was sie letztendlich immer wieder werden. Es ist so schön, dass wir uns mittlerweile finden und so viel schöne Zeit zwischen all den anderen Büchermenschen und den Verlagen verbringen. In Leipzig konnte ich dann auch endlich Franziska wieder treffen. Danke ihr zwei für die schöne Zeit und danke für das schöne Foto!


Meine liebe Julia, wir haben Hallo gesagt, haben ein paar kurze Sätze geredet und haben auch ein Foto geschafft. Was für eine Leistung! Aber bei der nächsten Buchmesse ist noch Spielraum nach oben. Dann wird das hoffentlich mal ein richtiges und langes Gespräch!!


Alexandra, du kleine verrückte Nudel, ein normales Foto? Nein, nicht mit dir. Da muss schon ein Komplettbild her und darauf müssen unsere Schuhe gezeigt werden. Danke für das kurze Treffen und die Worte, die wir gewechselt haben. Wir werden sehen, was daraus wird. Auch wenn bei dir die Hoffnung bereits geschwunden ist. ;)


Liebe Mandy, wir haben ein, wie ich finde, tolles gemeinsames Bild und doch so wenig Zeit miteinander gehabt. Mein Angebot für die Messe 2016 in Leipzig steht nach wie vor und dann quasseln wir mal etwas länger! Toll dich trotzdem wieder getroffen zu haben!


Meine liebe Diana und meine liebe Janine, die Zeit mit euch war total schön. Super, dass wir uns so oft getroffen haben, auch wenn es am Sonntag nicht zu einem Abschiedstreffen gereicht hat. Ihr seid zwei so lebensfrohe Damen, danke für die schöne Messezeit!


Entschuldige liebe Daniela, dass ich keine Brezel dabei hatte ;)! Ich habe mich sooo gefreut, dich wieder zu sehen. Danke für das kurze aber herzliche Gespräch und für dieses tolle Foto, welches von Diana geschossen wurde.


Lieber Titus Müller, schön, dass wir uns beim Bloggertreffen von Randomhouse wenigstens kurz unterhalten konnten. Ich habe mich zunächst gewundert, dass du da bist, aber nach deiner Erklärung und deiner Freude da zu sein, konnte man selbst nicht anders, als lächeln. Dank einem netten Herrn von Randomhouse haben auch wir noch ein schönes Foto hinbekommen.


Liebe Kerstin, danke für die kleinen Albernheiten am Rande. Du schaffst es doch immer wieder ein Lachen in mein Gesicht zu zaubern. Es war schön dich wieder zu sehen und dann auch noch dieses tolle Foto mit dir zu machen. Die nächste Messe kommt bestimmt!


"Karin, du musst jetzt unbedingt mitkommen. Sharon braucht ein Foto von dir!",lotste mich Jack aus der Mehrzweckfläche beim Lovelybooks-Treffen. Ihr zwei Lieben, ohne euch fühlt man sich nicht wie auf einer Buchmesse, man würde sich verloren fühlen. Ihr zwei schafft es immer wieder einen aufzuheitern und dafür muss man nur in eure strahlenden Gesichter schauen. Danke lieber Jack für dieses schöne Foto von Sharon und mir! Ich freue mich so auf Juni!!!


Der liebe Chris darf in der Fotogalerie natürlich auch nicht fehlen. Wie immer umringt von Bloggerinnen ist es gar nicht so einfach, ein Bild mit ihm zu erhalten. ;) Schön, dass wir uns mehrfach auf der Messe begegnen durften!


Meine liebe Bini, vielen Dank, dass auch du mir einige Minuten geschenkt hast. Wir hätten ja auch außerhalb der Messen die Möglichkeit uns zu sehen, leider ist dies viel zu wenig der Fall. Umso mehr freue ich mich immer, wenn ich dich zwischen all den lieben Büchermenschen erspähe und du quasi rund um die Uhr am Strahlen bist. 


Liebe Tanja, ich möchte mich ganz doll bei dir für das sehr entspannte Interview bedanken. Du glaubst gar nicht, wie nervös ich vorher war. Jetzt bin ich etwas gefestigt und hoffe, dass auch dir das Interview gefallen hat. Die Nachbereitung werde ich in den nächsten Tagen machen. Ich freue mich auf unseren weiteren Kontakt!


Liebe Kerstin, eine Buchmesse ohne dich ist für mich kaum noch vorstellbar. Jeden Tag standest du an Leipzig am Stand bereit und hast Fragen beantwortet, indianische Geschichten erzählt, die Menschen zum Staunen und Zuhören gebracht. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wie besonders die kleinen Menschen an deinen Lippen und Händen kleben. Vielen Dank für die schöne, aber vor allem für dich auch anstrengende Zeit und danke auch für das Foto zum Abschluss!


Was wäre eine Buchmesse ohne unser Ritual einen Baum zu umarmen? Nicht das selbe. Und doch war es auch dieses Mal in Leipzig anders. Es fehlte jemand und zwar ganz doll. Liebe Sandra, ich möchte dir dieses Bild widmen, denn genau da haben wir ganz besonders nur an dich gedacht. Der Baum, Sharon und ich!


Und wie jedes Jahr gibt es leider auch nach dieser Buchmesse Menschen, mit denen ich kein Foto geschafft habe. Gesteigert habe ich mich zwar, aber ich hätte so gern noch ein Foto mit Simone, Mona, Arndt, Katja und Sunny (bitte hierzu bei Sonja schauen ;)), Marcel/Dani/Tina von Lovelybooks, Cornelia und Sandra, Daniela und Heiko, sowohl meiner Zimmer-Mitbewohnerin Martina gehabt. Es sollte mal wieder nicht sein. Es war trotzdem schön und ich hoffe sehr, ich habe niemanden vergessen. Wenn doch, dann nehmt es mir nicht übel und schreibt es doch einfach in einen Kommentar! 

Wir sehen uns in Frankfurt!!!

Donnerstag, 19. März 2015

Mein lieber Scholli!

Lars Ruppel und Holger, die Waldfee

Ein Bericht und eine Rezension randvoll mit diversen Redewendungen

Freitagmittag zur Leipziger Buchmesse auf der Leseinsel der Jungen Verlage. Poetry Slam mit Lars Ruppel, dem deutschen Weltmeister 2014. Poetry was? Ja, ich gebe zu, für mich waren diese Worte beinah, wie das Betreten Böhmischer Dörfer. Neuland. Und doch war ich froh, dass ich von dieser Veranstaltung dank des Messekalenders Wind bekommen hatte. Glücklicherweise war ich wieder etwas zu früh vor Ort und freute mich beinah wie ein Schneekönig, noch einen ziemlich guten Platz erhascht zu haben. Die Leseinsel füllte sich rasant und alle waren neugierig, kamen sich aber nicht vor, als würden sie auf die Folter gespannt. Denn Lars Ruppel betrat pünktlich die kleine Bühne, die Bretter, die in diesem Moment wohl die Welt für ihn bedeuteten. Alle Anwesenden spitzten die Ohren. 


Ob Lars Ruppel Fracksausen hatte, konnte niemand feststellen, denn beinah hatte man den Eindruck, dass er sein Handwerk wie aus dem Effeff beherrschte. Mit seinem ersten Gedicht zu einer bekannten Redewendung war bei mir der Groschen gefallen, ich fühlte mich pudelwohl, umschlossen von seinen Worten. Selbst das Publikum geriet immer wieder kurzzeitig außer Rand und Band. Dies zog immer mehr Menschen an, die gern sehen oder hören wollten, was den Anwesenden so gefiel. Der springende Punkt bei seinem Vortrag war, dass ich mich nicht fühlte, als würde sich Lars Ruppel etwas aus den Fingern sagen oder etwas durch die Blume sagen. Im Gegenteil, schnell wurde klar, dass all seine Dichterei Hand und Fuß hat und er nichts, aber auch gar nichts unter den Tisch fallen lässt. Dabei muss er seine Kunst nicht an die große Glocke hängen, denn seine Art ist einfach rein sympathisch und vor allem, sehr sprachgewandt, reimsicher und eben auch sehr  treffsicher in seinen Aussagen. Er trifft mit seinen Worten den Nagel auf den Kopf. Als Publikum hat man nicht das Gefühl, er würde einem Honig um das Maul schmieren, im Gegenteil, bei ihm ist nichts Jacke wie Hose, seine Gedichte haben einen meist ernsten Kern, der zum Denken anregen soll und es auch tut. Seine Reime verschwinden nicht in der Versenkung unserer Gehirnzellen, sondern fangen dort an zu arbeiten und führen unweigerlich dazu, dass man beinah denkt, Lars Ruppel spreche aus dem Stegreif einfach so seine Gedichte. Das dahinter eine Menge Arbeit und Engagement steckt, sollte jedem klar sein. Trotzdem oder gerade deswegen lohnt es sich das Buch oder die CD, mit gesprochenen Gedichten des Autors, gegen einen kleinen Obolus zu erwerben. Der Satyr-Verlag hilft da sicherlich sehr gern weiter. Dass man dabei sein Geld nicht zum Fenster rauswirft, dürfte vor allen denen klar sein, die sich mit Poetry Slam schon einmal befasst haben oder gar Lars Ruppel live erleben konnten. Alle anderen werden ihren Spaß haben an den 11 teils sehr unterschiedlichen Gedichten. Inhaltlich versteckt er nicht nur seine Gedanken über Politik und das Leben der Menschen miteinander sondern auch um Fragen der Nachhaltigkeit und Gedanken zum Thema Umwelt. 

(c) Satyr Verlag

Da Lars Ruppel nicht nur ein begnadeter Dichter ist, sondern auch seine Texte hervorragend selbst rezitiert, eignet sich die CD vor allem sehr gut als Geschenk oder Denkanstoß für zwischendurch. Besonders gut gelungen ist ihm ein Gedicht zur Redewendung "Alter Schwede", aber auch Frau "Heide Witzka" sollte man kennenlernen. Hier werden Dinge angesprochen, die wohl niemandem fremd sind und die als Zustimmung zum Nicken mit dem Kopf führen. Für mich steht jedenfalls fest, dass besonders die CD von Lars Ruppel kein Kokolorus ist und mir blieb so manches Minütchen die Spucke weg, als ich ihn live auf der Bühne agieren sah. Die Zeit verging leider wie im Fluge. Doch eines hatte Lars Ruppel in nur 30 Minuten erreicht. Er hat mich neugierig gemacht. Neugierig auf andere Poetry Slamer. Ob er das nur bei mir geschafft hat, darf stark bezweifelt werden, denn nach der Vorstellung von "Schmidts Katze" blieben nicht nur nachdenkliche sondern auch lachende Gesichter zurück.

Lars Ruppel wurde 1985 in Hessen geboren. Bereits mit 16 Jahren trat er auf und gehörte fortan zu den bekanntesten Wortwettkämpfern in Deutschland. 2014 wurde er deutschsprachiger Poetry-Slam-Meister. Neben diversen Poetry-Slam-Projekten, initiierte er sein Poesieprojekt "Weckworte", bei dem er sich für die Pflege und Ansprache von Menschen mit Demenz und geistiger Behinderung einsetzt.  

Das Hörbuch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexeplar zur Verfügung gestellt.

Holger, die Waldfee - Lars Ruppel - Satyr Verlag
Taschenbuch - ISBN 978-3-944-03537-6 - Preis 10,90 €
Hörbuch - ISBN 978-3-944-03549-9 - Preis 10,90 €

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Mittwoch, 18. März 2015

Historische Romane in Historischer Atmosphäre


Donnerstagabend, Leipzig liest, Wetter nasskalt und doch, eine gewisse Vorfreude, auf eine Lesung mit vier Autoren im Agyptischen Museum. Autorenduo Iny Lorentz, Kerstin Groeper und Ulf Schiewe wollten in den ehrwürdigen Räumen ihre neuen Werke vorstellen. Aber zunächst schien es, als wäre dies gar nicht so einfach, denn während der Leipziger Buchmesse ist es eher schwer auch pünktlich zu erscheinen. Da war es sehr angenehm, dass sich die Anwesenden die Zeit mit dem Bestaunen der Ausstellungsstücke vertreiben konnten. Überhaupt konnten alle die Räume bestaunen und waren schon vor der Lesung davon überzeugt, dass es wohl kaum einen besseren Ort für eine Historische Leserunde geben konnte. Die bereitstehenden Stühle füllten sich ziemlich schnell und gut und so konnte es pünktlich los gehen.


Als erstes stellte Kerstin Groeper ihren Roman "Der scharlachrote Pfad", der bereits im Februar letzten Jahres erschien, vor. Sie las eine Textstelle aus dem Buch, die den Leser sogleich in die Geschichte zieht und es unmöglich macht, dass man dieses Buch nicht weiterlesen möchte. So konnten im Anschluss an die Veranstaltung einige neue Leser gewonnen werden. Kerstin Groeper weiß, wovon sie in ihren Romanen schreibt. Freundschaften zu Native Americans und vor allem ihr Interesse an der Spiritualität dieser Menschen helfen ihr dabei, dass ihre Romane authentisch und nicht klischeebehaftet sind.


Danach übernahm Ulf Schiewe das Mikrofon und versuchte den Lesern den zweiten Teil seiner Trilogie um die Normandie des 11. Jahrhunderts nahe zu bringen. Er las eine Textstelle aus "Die Rache des Normannen", die zuweilen doch sehr makaber, aber vor allem wahnsinnig gut, wenn auch ausführlich, beschrieben war. Worum es dabei geht, werde ich hier nicht verraten, nur soviel, die Anwesenden einschließlich der drei anderen Autoren hatte genug Bilder im Kopf, die man womöglich nicht unbedingt an dem Abend erwartet hatte. Dies ist keineswegs negativ zu sehen, im Gegenteil, Ulf Schiewe schaffte es so, dass auch er einige, einschließlich mich, neue Leser gewinnen konnte. Im Übrigen trug auch seine sympathische Art sehr dazu bei.


Als letztes Highlight stellten das Autorenduo Iny Lorentz ihr neuestes Werk "Das wilde Land" vor, welches eigentlich erst ab April im Buchhandel erhältlich ist. Sie lasen beide je eine Passage und hier muss man eindeutig sagen, das Inys Schreibkünste am besten mit Elmars Vorlesekünsten harmonierten. Nicht das Inys Lesekünste nicht gut waren, sie kann sehr wohl mit ihrer Stimme fesseln, aber die feste Stimme ihres Mannes in den hohen Räumen des Ägyptischen Museums, waren eben ein ganz besonderer Hörgenuss für die Anwesenden. In ihrem neuen Werk entführten uns die beiden nach Texas in die Zeit von 1836. Eine Zeit, die vor allem auch wieder in Richtung meines Lieblingsgenre tendiert. 


Nach den Buchvorstellungen gab es eine locker leichte Frage-Antwort-Runde in der klar wurde, wie unterschiedlich doch manche Autoren arbeiten. Das Elmar gern Übergepäck bezahlt, um im 14tägigen Urlaub ein paar Sachwälzer durch zu arbeiten, da er Informationen für den nächsten Roman sammeln muss. Spitzenwert war dabei wohl ein Gewicht über 20 Kilo. Dass Kerstin lieber mit Musik schreibt und sich von der Muse küssen lässt, während Ulf nie auf dieses Musenluder warten will und es am besten ruhig zum Arbeiten hat. Dass Iny Lorentz und Ulf Schiewe lieber sehr strukturiert arbeiten und Kerstin Groeper eher eine Bauchschreiberin ist. Feststellen muss ich, dass ich bei einer Historischen Lesung wohl noch nie so viel und herzlich gelacht habe, dass die Zeit viel zu schnell verging und dass solche Lesungen ruhig bei jedem Leipzig liest genau an diesem Ort abgehalten werden sollten. Selbstverständlich konnte ich nicht ohne Buchkauf das Ägyptische Museum verlassen. Ich entschied mich dabei für "Das Schwert des Normannen", den ersten Teil der Trilogie von Ulf Schiewe und lies es mir auch sogleich signieren. 


Dienstag, 17. März 2015

Wie zwei Pappkameraden den Weg ins Nestchen fanden

(...eine Kurzgeschichte zur Leipziger Buchmesse 2015)

Es war einmal ein großer Bahnhof in einer Stadt, in der viele Menschen zum größten Lesefest des Landes unterwegs waren. Zwei Cowgirls gingen an einem Sonntagvormittag genau dort in Richtung Ludwig-Buchhandlung, um zwei der musikalischsten Cowboys zu begegnen. Doch was war das? Zwei Stunden bevor die Jungs dort ihre Unterschriften in ihre kürzlich erschienen Kinderbücher setzen sollten, herrschte in der ehrwürdigen Halle noch gähnende Leere. Etwas verwundert nahmen sich die zwei Cowgirls die Zeit und tranken eine heiße Schokolade, richteten ihre Hüte und schlenderten dann an die vierte und fünfte Stelle in der Warteschlange. Bereits wenige Minuten später gesellten sich weitere Cowgirls und Cowboys in aufgeregter Erwartung hinzu. Dabei hatten die zwei hippeligen Cowgirls schnell Kontakt zu zwei weiteren Cowgirls und sogleich wurden Geschichten über TheBossHoss ausgetauscht. Die Zeit verging darüber wie im Flug. Die Jüngere der beiden Cowgirls, hing während der Wartezeit immer wieder mit den Augen an einer Kopie von Boss und Hoss. Wie gern würde sie diese Nachbildung aus Pappe in ihrem kleinen Kämmerlein zu stehen haben. Doch zum Nachdenken blieb keine Zeit, denn überraschend, weil eigentlich wenige Minuten zu früh, betraten TheBossHoss die Buchhandlung und hatten dabei leider einen etwas mürrischen Gesichtsausdruck. Wahrscheinlich waren die letzten Tage voll mit Terminen und so langsam waren auch die beiden gestandenen Cowboys ausgelaugt. Nichts destotrotz nahmen sie sich die Zeit, jedem einzelnen eine Unterschrift zu setzen. Als dann die zwei Cowgirls an der Reihe waren, konnte sich Alec ein Augenzwinkern gegenüber dem jungen blonden Cowgirl nicht verkneifen und diese schmolz in Sekundenschnelle dahin. Sie war so perplex, dass sie vergaß nach einem Foto zu fragen, was dann allerdings das andere Cowgirl für sie übernahm. So huschte nach freundlicher Genehmigung das junge Mädchen zwischen die beiden Cowboys und alle drei versuchten sich an einer Grimasse. 


Danach signierten die zwei Cowboys noch munter weiter und die zwei verzückten Cowgirls gingen ihrer Wege. Plötzlich fiel dem jungen blonden Cowgirl ein, dass sie auch kleine Geschenke dabei hatte und diese ganz vergessen wurden in der Aufregung. Das große Cowgirl konnte sie beruhigen, denn schließlich würden TheBossHoss später auch noch auf dem Lesefest sein. So machten sich die zwei Cowgirls auf den Weg in die riesigen Hallen, die vollgestopft mit allerhand bunten Geschichten und Menschen waren. Verbrachten zwei wunderbare Stunden, um dann sogleich in Richtung Lesebude 2 zu stiefeln. Auch wenn noch 90 Minuten Zeit waren, bis die Jungs auf der Lesebühne erscheinen würden, so stellten die zwei Cowgirls doch fest, dass sie durch ihr frühes Dasein, sehr gute Plätze erhaschen konnten. Es stellte sich heraus, dass bereits wenige Minuten später kaum mehr ein Durchkommen an die vordere Front möglich war. Überall warteten nun kleine und große Cowgirls und -boys auf TheBossHoss. Und dann war es soweit. Die Menschen applaudierten und freuten sich, die zwei Großstadtcowboys endlich einmal nicht nur auf einem ihrer Konzerte zu sehen. Sichtlich locker und wahnsinnig gut gelaunt, beinah zu Späßen aufgelegt, machten die zwei Jungs einen wesentlich gelasseneren Eindruck als noch am Mittag. 


Eine sehr herzliche Moderatorin sprach mit Boss und Hoss über ihr Kinderbuch "Kleine Cowboys ganz groß" welches im Baumhaus Verlag erschienen ist. Es entstand eine lockere Frage-Antwort-Runde und alle Anwesenden hatte sichtlich ihren Spaß. Die ganz kleinen Menschen in den ersten Reihen waren genauso fasziniert, wie die ganz Großen in der letzten Reihe. Alec verriet, dass er zwar schon mal auf einem Pferd gesessen hatte, aber mit dem Reiten wohl eher nichts am Hut hatte. Er meinte, der Versuch zu reiten, sei ziemlich schief gegangen. Als es ums Thema Lesen ging, erzählten Sascha und Alec, dass sie schon als Kinder gern Karl May gelesen und die Winnetou Filme gesehen hätten. Dass sie aber auch "Die Drei Fragezeichen" gelesen haben und dass es besonders Sascha wichtig sei, dass auch seine Kinder mit Geschichten groß werden. Selbstverständlich mussten die zwei auch etwas vorlesen. Was sie gern taten. Auf die Frage, ob die zwei Cowboys denn auch privat viel zusammen machen würden, antworteten sie eher gelassen und meinten, dass sie als Band schon genug Zeit zusammen verbringen, so dass sie auch mal getrennte Dinge vor allem privater Natur machen wollen. TheBossHoss plauderten über ihren Weg, ihre Musik, ihre neue CD, die wahrscheinlich im Herbst erscheinen wird und sie stellten auch schnell die Botschaft aus ihrem Kinderbuch in den Vordergrund. Man solle seinen Weg verfolgen und sich nicht beirren lassen, man soll das machen, was man kann und vor allem soll man es verteidigen. Man solle nicht kleckern sondern glotzen, um seine Träume wahr werden zu lassen. 


Nach ca. 25 Minuten durften die anwesenden kleinen und großen Menschen sich einreihen in eine Traube, die sich langsam um die zwei Cowboys zog. Eilig wurden Autogramme geschrieben und Fotos gemacht. Denn die Zeit war knapp. Nur ca. 20 Minuten waren dafür angesetzt, weil bereits der nächste Termin auf die Großstadtcowboys wartete. Währenddessen nutze das ältere Cowgirl die Gelegenheit und fragte beim Verlag an, ob es möglich wäre, einen der Aufsteller der Jungs aus Pappe zu bekommen. Dies wurde höflich aber bestimmt abgelehnt und das junge Cowgirl war kurz geknickt. Tröstende Worte der Cowgirlmama konnten zwar die Traurigkeit nicht verschwinden, aber das Verständnis dafür wachsen lassen. Plötzlich stürmte eine finstere Bandita durch den freien Raum zwischen den zwei Cowgirls und dem Verlag. Riss die Pappkameraden an sich und rannte mit ihnen davon. Vollkommen perplex und vor allem schockiert, schauten ihr einige umstehende Menschen nach. Die Augen des jungen Cowgirls füllten sich mit Tränen. Konnte dies wirklich gerade passiert sein? Waren alle Anwesenden Zeugen eines Diebstahls? Wurde solche Dreistigkeit denn auch noch belohnt? Welche Erziehung hat diese Bandita genossen? Noch in einer kleinen Schockstarre trafen sich die Blicke zwischen den zwei Cowgirls und den Verlagsmitarbeitern. Kopfschütteln, Fassungslosigkeit und vor allem endloses Entsetzen. Doch da erschien ein kleines Lächeln auf dem Gesicht der Cowgirlmama. Hatten die zwei nicht noch etwas in der Tasche? Zwei kleine Geschenke schlummerten dort für Boss und Hoss. Wieder nahm sie all ihren Mut zusammen, schilderte sowohl der Moderatorin, als auch dem Verlag, dass man viel zu aufgeregt gewesen sei heute Mittag. Nach einem kurzen Gespräch willigten die Herrschaften mit viel Verständnis schließlich ein, dass das junge Cowgirl die zwei großen Cowboys noch einmal ganz allein haben sollte, wenn auch nur für sehr wenige Minuten. Außerdem dürfe sie sich später noch ein Buch am Verlagsstand aussuchen. Schließlich wolle man keine traurigen Augen sehen und vor allem solle das nette Nachfragen wegen der Pappkameraden nicht noch bestraft werden. Das junge Cowgirl wurde auf einmal ganz aufgeregt und sehnte das Ende der kurzen Signierung herbei. 


Schließlich war es soweit und nachdem Sascha auf sie zuging und Alec folgte, waren dies sicher die schönsten Minuten in ihrem bisherigen Leben. Etwas zurückhaltend überreichte sie den beiden je eine Leipziger Lerche und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Besonders Sascha war gerührt und nahm das junge Mädchen sofort in den Arm, langsam folgte auch Alec und so fühlte sich das Cowgirl in den Armen der großen Cowboys sehr gut aufgehoben. Die Cowgirlmama knipste, bis die Finger glühten und so entstanden noch einige tolle Aufnahmen. Doch die Zeit drängte und TheBossHoss mussten ihren Weg fortsetzen. Die Cowgirlmama bedankte sich noch schnell und schwupps waren die Großstadtcowboys verschwunden. 


Das junge Cowgirl schwebte sichtlich und lächelte ununterbrochen vor sich hin. Ein schöner Anblick, der die finstere Bandita von eben vergessen ließ. Am Überlegen, ob sie wirklich am Stand des Bastei Lübbe Verlages noch ein Buch sich aussuchen sollten, stiefelten die zwei Cowgirls trotzdem in deren Richtung. Dort angekommen sah das junge Cowgirl erneut einen Aufsteller der zwei Jungs und stellte kurz fest, dass sie doch lieber einen dieser Pappkameraden hätte. Der nette Verlagsmitarbeiter kam und gab sich allerhand Mühe diverse Titel schmackhaft zu machen, aber das nun wieder etwas geknickte Gesicht des jungen Mädchens wollte sich nicht aufhellen. "Eigentlich lese ich gar nicht so oft.", sagte sie. "Das ist aber sehr schade. Ich weiß leider nicht, was ich da jetzt machen soll.", antwortete er. "Ich hätte halt gern einen Pappaufsteller", versuchte sie es erneut. "Ja, steht denn hier am Verlag noch einer?", wunderte sich der Herr. Das junge Cowgirl nickte und zeigte mit dem Finger hinter eine der Aufstellerwände. "Du bist aber hartnäckig. Gut, ich gehe noch einmal nachfragen.", lenkte der nette Herr schließlich ein. Er ging in Richtung der anderen Mitarbeiter und schloss sich mit einem der dort anwesenden Herren kurz, der auch zuvor das Dilemma mit der gestohlenen Pappfigur mitbekommen hatte. Dieser ging festen Schrittes auf die noch beim Verlag stehenden Pappkameraden zu und sagte zu dem jungen Cowgirl: "Du sollst deinen Aufsteller haben. Komm wir klappen ihn zusammen." Die Augen strahlen plötzlich und strahlen vor allem noch bis heute bei dem jungen Mädchen. Die zwei Cowgirls bedankten sich und die Cowgirlmama versprach, etwas zu diesem Erlebnis zu schreiben. Vollkommen glücklich lief das junge Mädchen durch die sich leerenden Hallen des Lesefestes. Verfolgt von beinah neidigen Blicken der anderen Besucher. Sie genoß es, die Pappkameraden durch die Gänge zu tragen. War beschwingt und zufrieden. Das Auto wurde kurzerhand etwas umgebaut und schon lagen Boss und Hoss im Pappformat auf dem Rücksitz. Die Sonne verließ den Himmel und das Auto setzte sich in Bewegung. An Bord hatte es zwei lächelnde Cowgirls, die diese Geschichte wohl nie vergessen werden.

The End


Diese Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich beim Bastei Lübbe Verlag bedanken. Wir freuen uns, dass Höflichkeit auch für diesen Verlag an oberster Stelle steht und sie ziemlich spontan ihre Einstellung zur Weitergabe des Verlagseigentums geändert haben, um einen jungen Menschen sehr glücklich zu machen. Dankeschön dafür!

Ich hoffe sehr, dass meine kleine Kurzgeschichte gut leserlich (trotz der zuviel erwähnten Cowgirls) und vor allem unterhaltend geworden ist. Jegliche Kopie, Vervielfältigung oder Abdruck an anderer Stelle bedarf der Einwilligung meinerseits. Bitte seid fair und denkt dabei an das Urheberrecht.

(c) Karin Hillig

Montag, 16. März 2015

"Wir warten oft auf das große Zusammentreffen und versäumen die wirklichen Begegnungen."

(c) Karin Hillig



Aphorismus von Alfred Rademacher

Ich habe sie nicht versäumt, die wirklichen Begegnungen. In den letzten vier Tagen. Sicher habe ich mich auch über die großen Treffen gefreut, aber wirklich mein Herz berührt, haben die kleinen Treffen, ganz spontan, mitten im Buchmessegang, im Pressezentrum, vor der Tür, an Verlagsständen, in der Stadt oder bei einer Lesung. Diese Momente halte ich fest, sie sind der Motor, der mich antreibt, mich immer wieder daran erinnern lässt, was es heißt ein Blogger zu sein. Ein Mensch zu sein. Begegnungen sind wichtig, sehr sogar, besonders wenn sie mit Menschen stattfinden, die einem wichtig sind. Dann ist alles egal. Weg sind die Schmerzen in den Füßen, weil man bereits seit Stunden durch die Hallen gelaufen ist, weg ist das laute Brummen in der Magengegend, weil man einfach nicht ans Essen denkt, weg ist die Nervosität vor dem ersten Interview, weil genau diese Menschen einem sagen, dass man alles schaffen kann. Weg ist die Angst vor den großen "Stars", weil man merkt, dass man nicht allein so hibbelig ist und dann auch bemerkt, dass diese "Stars" auch deine Nachbarn sein könnten. Es ist einfach dieses Gefühl, was bleibt, was einen voller Vorfreude an die noch zu schreibenden Post zur Leipziger Buchmesse denken lässt. Ein warmes Gefühl, ein tolles Gefühl sich immer und immer wieder diese Begegnungen ins Gedächtnis zu rufen und von ihnen zu zehren. Denn nach der Buchmesse ist bekanntlich auch vor der Buchmesse. Doch nicht nur auf solchen Events sind diese kleinen Treffen unverzichtbar. Auch sonst im Alltag ist es wichtig, kleine Begegnungen zu genießen, sie später als große wahrzunehmen und sich so lange daran erfreuen zu können. Es sind die kleinen Dinge, die uns Großes denken und bewirken lassen. Diese Momente machen unser Leben bunt, herzlich und abwechslungsreich.

Ich wünsche euch eine wundervolle neue Woche, mit vielen tollen Begegnungen und auch wenn sie nicht groß erscheinen mögen, sie sind es!!!

Mittwoch, 11. März 2015

Umweg nach Hause - Jonathan Evison ❀ ❀ ❀ ❀ ❀


Ben schickt mich...

Ich soll euch von seiner Reise erzählen, einer Reise, die ihn zurück gebracht hat. Zurück an einen Ort, den er gern als zu hause bezeichnen würde. Seine Reise, die ihn hat erkennen lassen, was er alles hatte und doch nicht mehr hat. Eine Reise, die ihm trotzdem so viel gegeben hat.

(c) randomhouseaudio
Benjamin Benjamin, ja ein irgendwie dämlicher Name und doch kann man ja nichts für seinen eigenen Namen. Ben hatte viele Beschäftigungen in seinem Leben. Er hat Paradewagen gebaut und hat beispielsweise in einer Bäckerei gearbeitet und nun, nach einem Crashkurs in häuslicher Pflege, übernimmt er die pflegetechnische Verantwortung für einen Jugendlichen, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Die zwei werden vertraut, Ben mag Trevor von Tag zu Tag mehr. Beide öffnen sich und erzählen sich Dinge, die sie sonst kaum mit jemandem teilen. Bis Trevors Vater unvermittelt in der Tür steht und damit den Jungen kurz aus der Bahn wirft. Trevors Vater zieht von dannen und der Junge im Rollstuhl beginnt zu verstehen, dass auch er es nicht einfach hatte. Gemeinsam mit Ben begibt er sich auf eine Reise quer durch die USA um seinen Vater zu besuchen.

"Umweg nach Hause" ist eine wunderbar vielschichtige Geschichte um Liebe, Verlust und Verantwortung. Jonathan Evison kann Situationen und Gefühle wunderbar in Worte verwandeln und diese werden vom Sprecher des Hörbuches Bjarne Mädel sehr gut transportiert. Mit seiner einfühlsamen Stimme findet er für jede Szene die gewisse Tonlage und schafft es den Zuhörer tief in die Geschichte zu ziehen, so dass man sich während der Reise an seiner Seite wähnt. Die Figuren sind zuweilen sehr skuril, aber herrlich menschlich. Durchweg jeder der einzelnen Mitwirkenden wirkt sympathisch und authentisch. "Umweg nach Hause" ist eine Aneinanderreihung diverser Pannen, die es ab und an zum Lachen des Zuhörers schaffen und man beinah unfreiwillig mit dem Kopf schütteln muss. Auf 6 CDs mit einer Gesamtspielzeit von knapp 7 Stunden begibt man sich aber nicht nur auf eine Reise mit fremden Menschen. Selbst wird man angehalten, ab und an über sich selbst nach zu denken. Diese herzliche und warme Geschichte um Benjamin wirkt zwar manchmal wie "Ziemlich beste Freunde", aber hat mindestens genauso viel zu bieten. Freundschaft ist ein hohes Gut. Dies wird hier ersichtlich, auch, dass es manchmal glücklicher machen kann, zu geben statt zu nehmen.

Jonathan Evison wurde 1968 in Kalifornien geboren. Der amerikanische Schriftsteller hat selbst in den verschiedensten Berufen gearbeitet. So war er als Barkeeper, als Telemarketer, als Autoverkäufer und eben auch als Betreuungsperson, wie sein Protagonist tätig. Vor seinem ersten Erfolgsroman soll er schon längere Zeit geschrieben haben. So sagt man ihm nach, dass es sechs unveröffentlichte Romane von ihm gibt.

Bjarne Mädel wurde 1968 in Hamburg geboren. Er studierte Weltliteratur und kreatives Schreiben in Kalifornien, war Bauarbeiter, studierte dann Theaterwissenschaften und verfolgte eine klassische Ausbildung im Schauspiel. Seit 2002 wirkte er in den verschiedensten Fernsehproduktionen und Filmen mit. Seine vielfältige Stimme brachte ihm die Arbeit als Hörbuchsprecher.

Diese Rezension bezieht sich auf das Hörbuch von "Umweg nach Hause" und dieses wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Umweg nach Hause - Jonathan Evison - Hörbuch
randomhouseaudio - Belletristik
ISBN 978-3-837-13048-5 - Preis 19,99 €

Dienstag, 10. März 2015

Ich richte mein Federkleid und nehme mit...


Buchmessewoche!!! Hilfe, was brauche ich denn alles? Soll ich das halbe Nestchen mitnehmen oder doch lieber noch etwas Platz im Koffer lassen? Welche Dinge sind wichtig und welche eher überflüssig? Brauch ich Schnabelfutter, wenn ich Lesefutter habe?

Langsam müssen die buchgefiederten Begleiter mal sortiert werden. Der Presseausweis und die Terminliste liegen bereit. Doch was ist denn das? Da haben sich doch glatt drei neue Messebegleiter eingeschlichen.

Erstens, ja, ich habe es getan und mich spontan nach einer neuen Kamera umgesehen, nach dem meine in letzter Zeit einfach nicht mehr so wollte, wie ich. Schon bei der letzten Buchmesse hat sie mit mir herumgezickt und wisst ihr was, so was finde ich nicht nett und schon gleich gar nicht auf einer Buchmesse. Also musste sie weichen und dieses kleine hübsche Ding her. Ach ja und wenn man eine neue Kamera hat, braucht man gewiss auch eine neue Tasche, was dann zweitens wäre (ohne Bild).


Auf die dritte Sache gehe ich jetzt aber mal nicht ganz so nah ein, denn das ist ein klitzekleines Geheimnis und wird auch erst nach der Messe gelüftet. Aber ich nehme gern ein paar Ratevorschläge von euch entgegen, was es mit diesem kleinen hübschen gefiederten Begleiter auf sich hat. Ich sage es gleich, ein popeliges Heft zum Termine eintragen, ist es nicht! ;) Wer näheres bereits während der Messe wissen möchte, der fragt einfach mal persönlich nach! Und bewahrt dann hoffentlich Stillschweigen. ;) 


Eigentlich habe ich so schon die wichtigsten Dinge im Gefieder verstaut oder? Wer braucht schon Federshampoo oder Schnabelputztücher, ganz abgesehen von diversen Federboas...

Leipzig, ich koooommme!!!

Montag, 9. März 2015

"Das wichtigste in deinem Leben ist nicht das, was du materiell erreichst, sondern dein Weg und die Menschen, die dir auf diesem Weg begegnen."

(c) Karin Hillig



Aphorismus von Irina Rauthmann

Materialistisch war ich noch nie eingestellt, mir waren immer die Menschen in meinem Umfeld viel wichtiger. Wichtig, dass sie sich wohlfühlen, dass sie glücklich sind und jeden Tag lachen können. Wichtig, dass sie gesund sind und wichtig, dass sie mir sagen, wenn ich wieder einmal von meinem Weg abgebogen bin. Diese Menschen sind wichtig, der Weg, der vor mir liegt ist wichtig. Nicht die Dinge, die ich materiell habe, denn die bringen mich nicht zum Nachdenken, zum Lachen oder trösten mich mit Worten, wenn es mir nicht gut ergeht. Sie sind da und genau genommen ist es gar nicht wichtig, ob sie es sind. Was wäre ich für ein Mensch, wenn es einen Unterschied in meinem Charakter machen würde, wenn ich statt wenig plötzlich viel Geld hätte. Diesen Unterschied würde es nur machen, wenn ich dieses Mehr sinnvoll benutzen würde, für andere. Ich gehe meinen Weg auch ohne einen dicken Schlitten zu fahren und ohne in einem Schlösschen zu wohnen. Ich muss nicht stetig von Menschen zu hören bekommen, dass sie mich mögen und mich dann gleichzeitig fragen, ob sie dies nur tun, weil ich etwas mehr Materialität erreicht habe. Ich möchte, dass sie mich meinetwegen mögen, mich freiwillig unterstützen, auch wenn es sich materialistisch für sie nie lohnen wird. Wer möchte das nicht? Ist es nicht wichtiger, seinen Weg selbst zu finden und von den Menschen, denen man auf diesem Weg begegnet, ein Stück begleitet zu werden. Neue Begegnungen bieten neue Sichtweisen und lassen unseren Horizont weiter werden. Welchen Wert hat eine dieser Begegnungen, welchen hat eine Umarmung eines lieben Menschen. Man kann es materialistisch nicht messen und das ist der Punkt, der uns wichtig sein sollte.

Ich wünsche euch in dieser ganz besonderen Buchmessewoche viele tolle Begegnungen und die Kraft und den Mut euren ganz eigenen Weg zu finden und zu gehen!

Samstag, 7. März 2015

Die besten Smoothies - Gabriele Redden Rosenbaum ❀ ❀ ❀ ❀

Habt ihr immer Lust, euch einen Obstteller oder Gemüseteller zurecht zu schnippeln? Lecker ist Obst und Gemüse alle Mal, aber immer wieder in den gleichen Variationen wird auch das irgendwie langweilig. Was könnt ihr tun, um möglichst viele Vitalstoffe aufzunehmen, ohne dabei auch die Frische zu verzichten. Wie wäre es beispielsweise mal mit einem Fruchtsmoothie oder auch einem Gemüsesmoothie. Eines ist sicher, wer erst einmal anfängt Smoothies selbst zu machen, der hört so schnell damit nicht wieder auf.

(c) Bassermann Verlag
Gabriele Redden Rosenbaum hat in ihrem Buch "Die besten Smoothies" einfach mal ein paar ihrer Kreationen aufgeschrieben und nun tummeln sich in diesem bunten Werk der Vitamine 47 Rezepte, 22 fruchtige Varianten und 25 gemüsemäßige. Bevor der Leser allerdings loslegen kann, finden sich in den Buch auf den vorderen Seiten einige Hinweise für den Einstieg in die Welt der Powersmoothies. Nach den Rezepten findet sich noch einmal eine Liste mit 10 sehr hilfreichen Tipps rund um die Zubereitung der leckeren Drinks. Dies ist besonders für Neulinge an der Smoothifront sehr wichtig und vor allem informativ. Das Buch ansich ist relativ schlicht gehalten und bezüglich den einzelnen Rezepten eher unkompliziert. Doch das sollte richtige Smoothiesfans nicht abschrecken, im Gegenteil. Ihnen werden hier noch einmal verschiedene Denkanstöße vor allem im Umgang mit den Superfoods wie Gojibeeren, Chlorella oder Acaibeeren geboten. Das diese Zutaten kein Muss im Smoothie sind, freut dann wiederum die Einsteiger. Die Rezepte kommen, bis auf wenige Ausnahmen, mit wenig Zutaten aus, was das Nachmixen sehr einfach gestaltet. Man hat quasi beinah alles schon daheim, wenn man auf gesunde Ernährung Wert legt. 

Die Smoothies haben jeder mindestens eine eigene Seite, die klar strukturiert ist und mit wenig Schnick-Schnack größmögliche Wirkung erzielt. In einzelnen Hinweisblasen gibt die Autorin zu einigen Smoothies noch zusätzliche Tipps. Die fertigen Smoothies wurden in diesem Buch einfach und doch dekorativ in Szene gesetzt. Genauso verhält es sich mit dem Cover, welches frisch und bunt coloriert in den Regalen sicher ein hübscher Blickfang ist. "Die besten Smoothies" ist ein buntes Buch der Frische und bietet jede Menge tolle Rezepte und Anregungen für eigene Smoothieproduktionen besonders für Einsteiger an der Frischekick-Front.
 
Da wir uns noch nicht so recht an Gemüsesmoothies heran gewagt hatten, kam hier die richtige Gelegenheit einen auszuprobieren. Gemacht wurde schließlich der "Kiwi-Sellerie-Smoothie" und geschmackstechnisch für lecker befunden.

Gabriele Redden Rosenbaum hat in Deutschland und den USA Germanistik studiert, arbeitete danach als Lektorin und als Textchefin bei bekannten Zeitschriften. Heute arbeitet sie als freie Journalistin und Übersetzerin. Als Autorin von diversen Kochbüchern liebt sie es am liebsten traditionell.

Die besten Smoothies - Gabriele Redden Rosenbaum
Bassermann Verlag - Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-809-43446-7 - Preis 7,99 €

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Freitag, 6. März 2015

Follow Friday - Freitagsfrage


Endlich Freitag! Am Wochenende hab ich zum ersten Mal seit langem frei! Vorher wird es Zeit bei der tollen Aktion der lieben Sonja mitzumachen. Auf ihrem Blog A Bookshelf Full Of Sunshine hat Sonja seit längerer Zeit einfach mal den Follow Friday für deutsche Buchblogger initiiert. Auf ihrem Blog findet ihr weitere Informationen.

Sonjas Freitagsfrage: Wo befindet ihr euch gerade in euer Lektüre und was macht ihr schönes, oder auch weniger erfreuliches?

Ich lese momentan immer noch an dem neuen Buch von Tanja Mikschi "Auf den Pfaden des Luchses". Dieses Buch begleitet mich nun schon eine geraume Weile, da es aber kein Rezensionsexemplar im eigentlichen Sinne ist, darf ich mir damit Zeit nehmen. Ich finde das sehr wichtig, weil gerade gute Literatur zum Thema Native People nicht ständig neu bei verschiedenen Verlagen zu finden ist. Darum brauche ich damit Zeit und selbstverständlich gebe ich sie auch dem Buch. Vor der Leipziger Buchmesse muss ich es allerdings noch beenden, denn ich werde ein Interview mit der Autorin führen. 


Achung, eventuelle Spoilergefahr in Verzug!!!

Mein Name ist Mino-nokomis. Meine Mutter ist eine Ojibwe, mein Vater ist ein Trapper. In der Welt der Weißen wurde ich auf den Namen Silas getauft. Obwohl ich mit meiner Mutter die meiste Zeit allein war, konnte ich Freundschaft mit einem Siedlerssohn schließen. Bis mein Vater kam und mich mitnahm auf eine Reise, die mich zu meinen Vorfahren führen sollte. Nun bin ich hier, mit ihm in der Wildnis. Wir mussten anhalten bei einem Freund meines Vaters, ich war sehr krank und brauchte Ruhe. Doch dann sind wir aufgebrochen, in das Land, aus dem meine Mutter kommt.

Das Buch gefällt mir bis jetzt wahnsinnig gut. Tanja Mikschi hat einen schönen Schreibstil und die Figuren sind zum größten Teil sehr sympathisch und vor allem wirken sie sehr authentisch. Rezension wird folgen!

Montag, 2. März 2015

"Fremde, sind nur Familienmitglieder, die man noch kennen lernen muss."

(c) Anna Yakimova



Zitat aus "Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen" von Mitch Albom

Nach dem mir beim Lesen in letzter Zeit eher wenige Sätze unter die Augen gekommen sind, die ich gern als Motto der Woche auserkoren hätte, hat mich dieser Satz doch gleich beim Lesen gefangen genommen. "Fremde, sind nur Familienmitglieder, die man noch kennenlernen muss." Ein Satz voller Vertrauen, Liebe und Hoffnung. Ein Satz von einem Autor, der mich schon immer mit seinen Worten zu verzaubern vermochte.

Fremde können zu Familienmitgliedern, zu den engsten Freunden werden, ich spreche da aus Erfahrung. Es gibt Menschen, die mir in den letzten Jahren begegnet sind, die mir zunächst vollkommen fremd waren und innerhalb kürzerer manchmal auch etwas längerer Zeit so ans Herz gewachsen sind, dass ich sie problemlos als meine Familie bezeichnen könnte. Menschen, die mir offen entgegen getreten sind, die mir ihr Herz geöffnet haben, die mich an ihrem Leben so eng haben teilhaben lassen und es noch tun, dass ich dafür jeden Tag dankbar bin. Es ist wundervoll, wenn die eigene "Familie" wächst, wenn man Menschen findet, die einem im Geist und in der Seele so verwandt erscheinen, dass man sich fragt, wo sie die ganze Zeit nur gesteckt haben. Vielleicht hat der ein oder andere schlechte Erfahrungen mit den Mitgliedern der eigenen Familie gemacht, um so wichtiger ist es dann, sich seine Familie Stück für Stück aus Menschen aufzubauen, die einem wohlgesonnen sind, die einen voller Tatendrang, voll Vertrauen und vollem Verständnis im Leben begleiten. Dazu müssen diese Menschen nicht jeden Tag vor Ort, ständig in unserer Nähe oder jeden Tag telefonisch erreichbar sein. Es reicht, dass man das Gefühl hat, dass man weiß, dass sie immer da sind, wenn man sie wirklich braucht. Dass sie einem zuhören, wenn man reden will, dass sie einen umarmen, wenn man das Gefühl hat, allein zu sein. Das zählt und sollte für jeden möglich sein. Jeder sollte Fremde zu Familienmitgliedern machen können, auch wenn es sehr oft etwas mehr Mut erfordert. Besonders wenn man bereits verletzt wurde, ist es wichtig erneut zu vertrauen und so vielleicht etwas Neues und etwas Schönes zu finden. Etwas, dass einen wieder an den Zauber des Lebens erinnert. Etwas, dass Fremde zu Familienmitgliedern macht!

Ich wünsche euch eine schöne neue Woche mit vielen fremden Begegnungen, die sich nach und nach festigen und so wichtig für euer Leben werden!