Montag, 12. Oktober 2015

"Erst im Herbst zeigt sich die bunte Vielfalt der Natur. Wir Menschen sollten dies als Vorbild und Anreiz sehen, auch unseren eigenen Lebensherbst farbig zu gestalten."


Aphorismus von Willy Meurer

Die Natur zeigt nicht nur im Herbst ihre bunte Vielfalt. Sie tut es auch in den anderen Jahreszeiten, das ganze Jahr über. Warum können wir diese Vielfalt nicht als Vorbild nehmen und so etwas Farbe in unser Leben lassen? Manchmal machen Veränderungen Angst. Besonders wenn man nicht weiß, woher sie kommen, wie sie von statten gehen und was sie uns in Zukunft bringen werden. Und trotz dieser Angst, sind Veränderungen wichtig, mit ihnen schreiten wir vorwärts. 


Die Blätter verfärben sich im Herbst, um dann langsam zu Boden zu fallen und einen gewissen Nährboden für andere Pflanzen oder gar für die eigenen Baumwurzeln zu schaffen. Ob der Baum Angst vor dieser Veränderung seines Lebensumstandes hat, lässt sich nicht nachweisen. Aber auf den Menschen übertragen, gelingt uns das eher. Es ist nicht immer schlecht, wenn die Vielfalt an Gesichtern in unserer Nähe zunimmt. Es ist auch nicht schlecht, wenn andere Menschen in unserer Umgebung eine andere Meinung haben. Das stärkt unser Nachdenken, unser Mitdenken und im besten Fall auch unser Handeln. Aber es ist schlecht, wenn diese Vielfalt als Bedrohung wahr genommen wird. Wenn uns noch unbekannte Gesichter vorverurteilt werden, ohne dass sie sich auch nur mit einem Wort dazu äußern konnten. 

Ich habe sie gesehen, die Menschen, die Angst haben vor diesen neuen Gesichtern. Ich habe aber auch die gesehen, die diese Angst schüren und diese Menschen manipulieren. Wir können demonstrieren, wir können gegen etwas sein, aber das Leid, was diese neuen Gesichter gesehen haben, werden wir nicht nachvollziehen können. Sie werden kommen, ob wir das nun wollen oder nicht. Sehen wir es doch endlich als Chance und nicht nur als Bedrohung. 

In meinem Leben gibt es eine bunte Vielzahl an Gesichtern. Viele sind nicht in Deutschland geboren. Manche haben gelitten, andere sind in einem Land aufgewachsen, in dem es nur die Ausbeutung der Armen gibt, an deren Situation auch wir Europäer mit unserer Alles-muss-billig-sein-Mentalität nicht unschuldig sind. Ich möchte kein einziges Gesicht davon missen. Sie haben mir gezeigt, wie gut ich es als Kind hatte. Sie zeigen mir nach wie vor, wie herzlich andere Kulturen sein können. Diese Herzlichkeit, diese bunte Vielfalt wünsche ich mir für uns.

Ich wünsche euch eine wundervolle neue Woche! Besonders, wenn ihr auf der sehr bunten und vielfältigen Buchmesse in Frankfurt zu finden seid!

Mein Motto der Woche steht im Zeichen der Aktion "Blogger für Flüchtlinge". Ich möchte damit niemanden belehren, aber jeden Einzelnen Leser zum Nachdenken anregen. Dieses Thema darf und kann nicht aus unseren Köpfen verbannt werden, mag es auch zwischendurch als "lästig" oder "nervig" empfunden werden. 


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