Freitag, 2. Oktober 2015

Die Legende der weißen Pferde


Wenn im Kino ein Film läuft, für den so gut wie keine Werbung gemacht wird, der mit Pferden einher geht und auch noch in der Kulisse Irlands spielt, dann ist mein Interesse geweckt. So saßen wir vor wenigen Tagen mit nur sieben weiteren weiblichen Zuschauern in unseren Kinosesseln und warteten gespannt.

Mickey Miller, eine amerikanische 12-jährige junge Dame findet sich auf einmal in einer irischen Wunderlandschaft wieder, für die sie kein Auge und keinen Sinn hat. Sie will nur eins. So schnell wie möglich zurück nach New York. Doch die amerikanische Großstadt ist für Mickeys Mutter aus vielerlei Sicht nicht mehr zu ertragen. So kommt die Nachricht, sie hätte ein altes Mühlengebäude in der irischen Kleinstadt Longwood geerbt, genau richtig. Anfangs will Mickey nichts Schönes an ihrem neuen Leben finden, doch dann trifft sie Silver. Ein erhabenes, stolzes, beinah ungezähmtes Pferd aus dem Stall des naheliegenden Schlosses. Mickey hat von Beginn des Treffens an eine sehr innige Beziehung zu dem Pferd. Doch dann muss sie vor dem schwarzen Ritter fliehen, einer vergangenen Gestalt, die die Einwohner Longwoods für ein Gespenst halten. Welches Geheimnis birgt das alte Schloss in seinen Mauern und was wissen die Bewohner der irischen Kleinstadt. Mickey begibt sich auf eine gefährliche Nachforschungsaktion.

(c) kinostar.com
"Die Legende der weißen Pferde" weckte rein zufällig meine Aufmerksamkeit. Dieser Film, der für Zuschauer ab 6 Jahren freigegeben ist, läuft leider nicht in jedem Kino und wird demnach auch so gut wie gar nicht beworben. Schade, denn der Film, eine deutsch-irisch-dänische Produktion, ist besonders für die Zielgruppe der pferdeliebenden Mädchen genau das Richtige. Aber auch für Jungs ist der Film durchaus geeignet, denn neben den wirklich tollen Pferdeszenen und der zum größten Teil wunderbaren irischen Landschaft, taucht immer wieder der schwarze Ritter auf und sorgt für kleine Schreckmomente. Der Film hat zwar keine wirklichen Special Effects zu bieten, aber die braucht die Story auch nicht. Hier werden wunderschöne Zeichnungen der Schlossherrin lebendig, ertönen irische Klänge passend zur Szenerie und das alles geknüpft an eine zwar nicht schwierige, aber durchaus interessante Story, die einen zarten magischen Zauber versprüht. Die Schauspieler sind fern jedes Hollywoodschauspielers, aber dafür herrlich frisch in den Augen des Kinobesuchers. Das bedeutet nicht, dass sie nicht das Zeug zum Filmstar hätten. Die Schauspieler hinter den großen Rollen haben alle eine Menge Erfahrung im Theater- oder Filmschauspiel. Jede einzelne Rolle ist wunderbar besetzt und so sind die 98 Filmminuten viel zu schnell vorbei. Die Regisseurin Lisa Mulcahy ist zwar namentlich hier zu Lande ebenfalls kein großer Begriff, aber sie arbeitet bereits seit mehreren Jahren sehr erfolgreich als Dokumentarfilmerin und in Fernsehproduktionen. "Die Legende der weißen Pferde" ist ihr erster Film für Kinder und das Skript, geschrieben von Nadadja Kemper, hat sie von Anfang an sehr fasziniert.

(c) kinostar.com
"Die Legende der weißen Pferde" ist ein toller Familienfilm, weit ab von großen Hollywood-Animationen, dafür aber mit einer Story, die neben dem Thema Verlust auch witzige Szenen zu bieten hat. Hier findet der kleine und der große Kinobesucher Abenteuer, Intrigen, Magie, Mystik, Autorennen und vieles mehr. Auch musiktechnisch kann der Film mit großen Produktionen durchaus mithalten. Die irischen Klänge passen sich perfekt an die Story an. Ein rund um gelungener Film für eine Zielgruppe im Alter zwischen 6 und 13 Jahren, aber durchaus auch für die begleitenden Erwachsenen ein Filmgenuss.


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