Dienstag, 29. September 2015

"Wenn wir nicht auf die Gefühle anderer achten, haben wir keine Richtschnur für unser Verhalten."


Aphorismus von Tenzin Gyatso (Dalai Lama)

Die Gefühle anderer sind für manch einen nur schwer nachzuvollziehen und dabei ist es gar nicht so schwer, sich in eine andere Person und deren Situation hinein zu versetzen. Vielleicht braucht man dafür ein wenig Mut und allem aber einen eigenen Willen. Willen, den einige lieber mit dem Herumtreten auf den Gefühlen anderer verbringen. Mut, den einige lieber nutzen und sich in den Mittelpunkt stellen, in dem sie andere nieder machen. Manchmal reicht es auch nur, wieder in der Verallgemeinerung zu enden. Zur Zeit werden vermehrt Fotos in sozialen Netzwerken gezeigt, die für mich vorzugsweise nur ein Ziel haben. Sie werden zur Stimmungsmache genutzt, denn beschäftigt man sich kurz mit einigen dieser Fotos, wird man feststellen, dass die Mehrheit nicht in diesem Jahr entstanden ist. Ich habe sogar Beträge gefunden, die drei bis vier Jahre alt sind und deren Fotos nun in einem vollkommen anderen Zusammenhang mit etwas gleich gesetzt werden, nur damit die Leute die Augen öffnen sollen. 

(c) Sasin Tipchai
Ich habe nicht nur meine Augen offen, sondern nach wie vor meinen Geist. Ich möchte nichts schön reden und sagen, dass Leben mit den flüchentenden Menschen wird reines Zuckerschlecken, denn das wird es nicht. Da sind Anstrengungen notwendig auf beiden Seiten. Aber diese Verallgemeinerungen (ich möchte keiner dieser Aussagen hier auf meinem Blog stehen haben) machen mit wütend. Warum nur fällt es einigen so schwer, sich der Gefühle dieser Menschen bewußt zu werden? Wie können wir menschlich sein, wenn uns nicht einmal das gelingt? Unser Verhalten zeigt sich am besten, wie sehr oder wie wenig wir mit diesen Menschen mitfühlen. Bitte lasst nicht zu, dass eure Gefühle durch diese Verallgemeinerungen verhärten.

Vor allem lasst aber nicht zu, dass fremde Gefühle zu euren eigenen werden. Denkt nach, bevor ihr handelt. Informiert euch und zwar richtig. Manchmal reicht es auch schon, wenn man geteilte Meldungen einfach noch einmal googelt. Dann sieht man sehr schnell, wie aktuell die Orginialmeldung wirklich ist. Damit möchte ich ältere Meldungen nicht herunter spielen, ganz im Gegenteil. Es ist mir nur wichtig, dass insbesondere Fotos nicht aus dem Zusammenhang gerissen und für gewisse Hetze benutzt werden. Das bringt nur die weiter, die meinen, sie hätten die Allgemeinheit hinter sich. Ich habe nach wie vor meine eigene Meinung zu diesem Thema und respektiere auch die andere Seite, aber nur solange es dabei nicht um Beleidigungen, Hetze oder sogar Gewalt geht. Dazu sage ich strikt NEIN!!!

Ich finde es nach wie vor sehr spannend, von wie vielen Bloggern die Aktion Blogger für Flüchtlinge unterstützt wird. Aber mittlerweile  haben auch Verlage und Autoren einen enormen Teil zum derzeitigen Stand beigetragen. Wer wissen möchte, was bisher erreicht wurde, der schaue gern hier. Es ist wichtig im Gespräch zu bleiben. Wer helfen möchte kann diese ebenfalls unter dem Link gleich tun. Es muss keine Unsumme sein. Bereits 5 Euro sind ein Beitrag, der einiges Lächeln zaubern kann.


Kommentare:

  1. Hey meine Liebe,

    du hast vollkommen recht. Ich denke ein großes Problem sind halt die Flüchtlinge, die religionsbedingt Ärger machen (das ist nur ein kleiner Teil), aber der schafft es eben leicht in die Medien und zieht das Ansehen derer runter, die wirklich nette Menschen sind. Heute morgen gab es schon wieder eine Meldung, dass religiöse Gruppen aufeinander los sind. Das macht wohl einigen Angst, da diese es nicht einschätzen können und das schlägt leider schnell in Hass um.

    LG
    Sonja

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    1. Hallo liebe Sonja,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Mich persönlich stören diese Verallgemeinerungen. "Haben in einer Unterkunft 50 Flüchtlinge randaliert, dann haben es auch die in den anderen Unterkünften getan oder vor." Außerdem sollten wir nicht vergessen, auch da etwas empathischer zu reagieren. Gewalt ist nie eine Lösung, das sollte klar sein, aber wenn hunderte Menschen verschiedener Religion in einer Halle zusammengepfercht sitzen, dann darf ich die dort nicht sich selbst überlassen. Besonders nicht nach deren meist draumatischen Erlebnissen. Ich frage mich, wann hört die Bundesregierung auf zu debattieren, zu diskutieren, festzustellen, was auch immer. Sie sollten endlich mal handeln!!!

      Ich habe auch Angst. Momentan wirklich sehr wenig vor den Menschen, die hierher kommen. Aber umso mehr vor Menschen, die radikale Denkweisen haben und andere Meinungen nicht akzeptieren können.

      Ganz liebe Grüße
      Karin

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Ich freu mich über euer Gezwitscher!