Mittwoch, 18. März 2015

Historische Romane in Historischer Atmosphäre


Donnerstagabend, Leipzig liest, Wetter nasskalt und doch, eine gewisse Vorfreude, auf eine Lesung mit vier Autoren im Agyptischen Museum. Autorenduo Iny Lorentz, Kerstin Groeper und Ulf Schiewe wollten in den ehrwürdigen Räumen ihre neuen Werke vorstellen. Aber zunächst schien es, als wäre dies gar nicht so einfach, denn während der Leipziger Buchmesse ist es eher schwer auch pünktlich zu erscheinen. Da war es sehr angenehm, dass sich die Anwesenden die Zeit mit dem Bestaunen der Ausstellungsstücke vertreiben konnten. Überhaupt konnten alle die Räume bestaunen und waren schon vor der Lesung davon überzeugt, dass es wohl kaum einen besseren Ort für eine Historische Leserunde geben konnte. Die bereitstehenden Stühle füllten sich ziemlich schnell und gut und so konnte es pünktlich los gehen.


Als erstes stellte Kerstin Groeper ihren Roman "Der scharlachrote Pfad", der bereits im Februar letzten Jahres erschien, vor. Sie las eine Textstelle aus dem Buch, die den Leser sogleich in die Geschichte zieht und es unmöglich macht, dass man dieses Buch nicht weiterlesen möchte. So konnten im Anschluss an die Veranstaltung einige neue Leser gewonnen werden. Kerstin Groeper weiß, wovon sie in ihren Romanen schreibt. Freundschaften zu Native Americans und vor allem ihr Interesse an der Spiritualität dieser Menschen helfen ihr dabei, dass ihre Romane authentisch und nicht klischeebehaftet sind.


Danach übernahm Ulf Schiewe das Mikrofon und versuchte den Lesern den zweiten Teil seiner Trilogie um die Normandie des 11. Jahrhunderts nahe zu bringen. Er las eine Textstelle aus "Die Rache des Normannen", die zuweilen doch sehr makaber, aber vor allem wahnsinnig gut, wenn auch ausführlich, beschrieben war. Worum es dabei geht, werde ich hier nicht verraten, nur soviel, die Anwesenden einschließlich der drei anderen Autoren hatte genug Bilder im Kopf, die man womöglich nicht unbedingt an dem Abend erwartet hatte. Dies ist keineswegs negativ zu sehen, im Gegenteil, Ulf Schiewe schaffte es so, dass auch er einige, einschließlich mich, neue Leser gewinnen konnte. Im Übrigen trug auch seine sympathische Art sehr dazu bei.


Als letztes Highlight stellten das Autorenduo Iny Lorentz ihr neuestes Werk "Das wilde Land" vor, welches eigentlich erst ab April im Buchhandel erhältlich ist. Sie lasen beide je eine Passage und hier muss man eindeutig sagen, das Inys Schreibkünste am besten mit Elmars Vorlesekünsten harmonierten. Nicht das Inys Lesekünste nicht gut waren, sie kann sehr wohl mit ihrer Stimme fesseln, aber die feste Stimme ihres Mannes in den hohen Räumen des Ägyptischen Museums, waren eben ein ganz besonderer Hörgenuss für die Anwesenden. In ihrem neuen Werk entführten uns die beiden nach Texas in die Zeit von 1836. Eine Zeit, die vor allem auch wieder in Richtung meines Lieblingsgenre tendiert. 


Nach den Buchvorstellungen gab es eine locker leichte Frage-Antwort-Runde in der klar wurde, wie unterschiedlich doch manche Autoren arbeiten. Das Elmar gern Übergepäck bezahlt, um im 14tägigen Urlaub ein paar Sachwälzer durch zu arbeiten, da er Informationen für den nächsten Roman sammeln muss. Spitzenwert war dabei wohl ein Gewicht über 20 Kilo. Dass Kerstin lieber mit Musik schreibt und sich von der Muse küssen lässt, während Ulf nie auf dieses Musenluder warten will und es am besten ruhig zum Arbeiten hat. Dass Iny Lorentz und Ulf Schiewe lieber sehr strukturiert arbeiten und Kerstin Groeper eher eine Bauchschreiberin ist. Feststellen muss ich, dass ich bei einer Historischen Lesung wohl noch nie so viel und herzlich gelacht habe, dass die Zeit viel zu schnell verging und dass solche Lesungen ruhig bei jedem Leipzig liest genau an diesem Ort abgehalten werden sollten. Selbstverständlich konnte ich nicht ohne Buchkauf das Ägyptische Museum verlassen. Ich entschied mich dabei für "Das Schwert des Normannen", den ersten Teil der Trilogie von Ulf Schiewe und lies es mir auch sogleich signieren. 


Kommentare:

  1. Iny Lorenz... na das wär was für meine Mama gewesen... sie hat ALLE Romane verschlungen....
    Donnerstag waren wir leider noch nicht in Leipzig... vielleicht nächstes Jahr...
    Aber die Location war ja wirklich cool!
    Toller Bericht..

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    1. Dankeschön und ja, einen besseren Lesungsort hätte es sicherlich kaum gegeben.

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  2. Hallo Karin,

    wieder ein schöner Bericht zur Messe. Mir haben alle Berichte von dir gut gefallen übrigens! Der historische Leseabend wäre von der Buch/Autorenwahl her wohl nicht ganz mein Ding gewesen, auch wenn ich gern mal einen historischen Roman lesen. Ich habe mich bisher mit keinen dieser Autoren beschäftigt umso verwunderter war ich nun, wer denn eigentlich hinter Iny Lorentz steckt! Erstaunlich unter wie vielen Pseudonymen die beiden arbeiten.

    Es ist schön zu lesen, dass du so einen schönen Abend hattest!

    Liebste Grüße,
    Diana

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Ich freu mich über euer Gezwitscher!