Samstag, 5. Juli 2014

"Das Glück wohnt auf dem Land" - Gérard Georges ❀ ❀ ❀ ❀

Das Glück wohnt auf dem Land
Gérard Georges
Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-851-79219-5
Preis: 18,00 € (derzeit günstiger bei amazon)

Francis Laforge kehrt nach mehreren Jahren in den Ort seiner Kindheit und Jugend zurück. In Coissardon, einer französischen Provinz, hat er sich als Kind keinen guten Namen bei den Nachbarn und Bewohnern gemacht und so ist es nicht verwunderlich, dass ihn hier niemand mit offenen Armen empfängt. Selbst seine Tante, die sich häuslich in dem Anwesen, welches eigentlich Francis gehört, nieder gelassen hat, fragt sich, was er wieder hier will. Aus Angst, er könne sie, eine von Krankheit gezeichnete alte Dame, vor die Tür setzen, nimmt sie ihn auf und hinterfragt so wenig wie möglich sein Verhalten. Die Bewohner des Städtchens allerdings halten sich nicht mit wilden Spekulationen zurück. Allen voran der Bürgermeister möchte Francis am liebsten so schnell wie möglich wieder in der weiten Welt wissen. Nur die Lehrerin Marylise kommt Francis nahe, so nahe, dass selbst Francis sich fragt, ob er je die Liebe so sehr gespürt hat, wie mit dieser Frau. Zweimal war er verheiratet, hat drei Kinder und doch fühlte er sich nie so geborgen und verstanden, wie bei Marylise. Doch die Vergangenheit holt ihn ein und er muss sich fragen, ob ihre Liebe stark genug ist, um zu verstehen und zu verzeihen.

"Das Glück wohnt auf dem Land" ist bereits der zweite Roman von Gérard Georges, der im Thiele Verlag auf deutsch erschienen ist. Auch wenn er an den Erfolg des ersten Romanes "Eines Morgens auf dem Land" nicht anschließen kann, so ist er doch lesenswert. Besonders weil Gérard Georges Liebe zu seiner Region in der er lebt, wieder einmal ersichtlich wird. Seine Landschaftsbeschreibungen sind dabei genauso vielfältig, wie die Menschen, die in der Region leben. Die handelnden Personen des Romans sind gutmütig, skurril, manchmal schrullig, ab und zu abgeklärt und trotzdem sind sie alle in gewisser Weise liebenswert. Keiner der Charaktere der Dorfgemeinschaft scheint dem Leser wirklich unsympathisch, mögen die Handlungen dazu manchmal verleiten. Gérard Georges hat einen eher schnörkellosen, einfachen Schreibstil, der das Wesentliche versucht auf den Punkt zu bringen. Gefühlvoll beschreibt er das Dorfleben und den Zusammenhalt der Menschen. Sicher sollte man die ein oder andere Szenerie mit einem Augenzwinkern lesen, doch Gérard Georges schafft es über die ganze Länge des Plots die Spannung aufrecht zu erhalten, obwohl manche Handlungen eher profan anmuten. Dabei muss er nicht viele stilistische Mittel einsetzen, allein die Frage warum sein Protagonist so kurzfristig wieder in seiner Heimat auftaucht und vor allem warum er bleiben will, führt beim Leser zum Umblättern der Seiten. Mit seinen 252 Seiten und 17 Kapiteln ist das Buch eher kurzweilig und gut auch als Urlaubslektüre zu lesen.

Gérard Georges wurde 1948 in Montbrison, Frankreich geboren. Bevor er sich nur für das Schreiben entschied, war er Rundfunkjournalist und studierte Literatur, war Lehrer und Direktor einer Schule. Gérard Georges schreibt neben Romanen auch Gedichte, doch allem was er schreibt, ist eines gemeinsam, seine Liebe zur Natur und zur Auvergne mit ihren Bewohnern. 


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