Dienstag, 21. Januar 2014

Vier Pfoten im Dezember

Monatsrückblick eines Katers 

(c) Karin Hillig
Das die Menschen immer so viel Krach machen müssen. Besonders im Dezember war das ja kaum zum Aushalten mit meinem Personal. Sie müssen doch wissen, dass wir ein besseres Gehör haben, als diese wandelnden Flohtransporter namens Hund. Und als ob das noch nicht genug wäre, kommt noch dieses Leuchten in allen Farben, diese komischen und wiederkehrenden Lieder und diese ständige Hektik dazu. Was war da nur los? Ich glaube, sie nannten es Weihnachten oder so. Und ich durfte nicht ins Wohnzimmer. Frechheit!!! Dabei liebe ich diese lustig bunten Bällchen, die an so einem stacheligen Baum hängen. Als ich noch klein war, habe ich bestimmt zuviel davon kaputt gemacht. Dabei müssen die Menschen doch wissen, dass wir alles ausprobieren wollen. Wieso steht dieser stachelige Geselle eigentlich im Haus und nicht wie alle anderen auf dem Grundstück davor? Und warum rannte der Hausherr in einem roten Mantel durchs Haus? Vielleicht sollte ich das irgendwann einmal googlen. Momentan bringt mich nur wieder zu der These: "Die spinnen, die Menschen!"

Naja, ich gebe zu, ich habe von dem Mann namens Nikolaus auch was bekommen. Eine echt leckere Kleinigkeit. Woher der nur wusste, was ich gerne mag? Wie ist der überhaupt ins Haus gekommen? Ich habe doch die ganze Nacht lang Wache gehalten. Komisch, dass irgendwann in der Nacht das Licht anging und meine Katzenmama auf leisen Sohlen die Treppe heruntergeschlichen ist. Ich hätte schwören können, sie hatte die Hände voll mit bunten Dingen. Ich war aber einfach zu müde vom Spionieren und hab mich in meinem Strohbett noch mal umgedreht. Etwa eine Stunde später ging dann wieder das Licht an und mein Katzenpapa machte es der Dame des Hause nach. Ich wartete noch einige Zeit, aber das Katzenkinderpersonal schien das alles verschlafen zu haben. Als ich dann am Morgen im Flur miaute, war alles in Ordnung, nur diese komischen Lederdinger, die die Menschen an den Füßen tragen, waren mit buntem Zeugs vollgestopft. Wie will man denn darin laufen? Vielleicht sind das auch nur so eine Art Hamstertaschen für schlechte Zeiten.

Ach egal, denn es kam ja alles noch viel schlimmer. Am letzten Tag des Monats war meine Familie plötzlich verschwunden. Prima, lasst mich ruhig allein, mir doch egal, hab ich gedacht. Aber spätestens als es mit dem fürchterlichen Krach so richtig los ging, habe ich mich zu meinem Freund Quitschie verzogen. Er ist groß und trägt für einen Mann eindeutig zu viel rosa, aber er hatte genauso viel Angst wie ich. Irgendwie haben wir zwei dann die Nacht überstanden und das obwohl wir uns noch nicht einmal unterhalten konnten. Quitschie spricht einfach eine Sprache, die ich nicht deuten kann und ihm geht es wohl genauso, denn mein Miauen blieb ebenfalls unkommentiert. Ich muss euch nicht sagen, wie stinksauer ich war, als meine Menschenfamilie dann endlich wieder da war. Mein Plan war, mich eine Woche vor ihnen versteckt zu halten, aber dieser olle knurrende Magen, machte mir mal wieder einen Strich durch die Schnurrhaare. Also bin ich nach einem Tag aus meinem Strohbett gekrochen und habe mir neben meinem Futter auch noch diverse Streicheleinheiten abgeholt. Ach, eigentlich ist so ein Mensch doch kein so schlechter Begleiter, oder?

Ich bin gespannt, wie das neue Jahr verlaufen wird und was ich euch noch alles davon erzählen kann. Jetzt warten wir erst einmal auf das weiße Zeugs, dass eigentlich schon lange vom Himmel fallen sollte. Ich liebe Schnee, hab ich das schon mal erwähnt?


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freu mich über euer Gezwitscher!