Donnerstag, 28. November 2013

Die Hüterin Midgards - Ivo Pala ❀ ❀ ❀ ❀ ❀

Gastrezension von Lesebienchen

Die Hüterin Midgards
Elbenthal-Saga Teil 1
Ivo Pala
Sauerländer Verlag
Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-411-80922-6

Stell dir vor, du wirst 17 Jahre alt und von einem Tag auf den anderen verändert sich deine Welt völlig. Du wirst nicht nur von einem Wolf gejagt, sondern auf einmal auch von ganz anderen dunklen Wesen. Du gerätst in einen Kampf, in einen Kampf um dich. Doch du wirst gerettet, von Wesen, die du bisher nur aus Tolkiens „Herr der Ringe“ kanntest, nämlich von Elben. Sie nehmen dich mit in eine unterirdische Stadt unterhalb Dresdens und nichts ist mehr so, wie es einmal war. Denn du erfährst dort dein wahres Schicksal, dass du dazu berufen bist, die Hüterin Midgards zu werden, eine Wächterin zwischen den Welten. Doch niemals, unter keinen Umständen darfst du fragen, woher du kommst und wer du wirklich bist, denn das würde deinen Untergang bedeuteten. Wie würdest du dich entscheiden?

Genau vor dieser Entscheidung steht Svenya Hauck, eine Obdachlose aus Dresden. Als sie an ihrem 17 Geburtstag Elbenthal, die geheime Stadt der Lichtelben, entdeckt und ihre wahre Bestimmung erfährt, bricht ihre Welt, wie sie sie kannte wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Sie entdeckt, dass sie sich verwandeln kann, dass sie Macht hat, dass sie selbst eine Unsterbliche ist. Doch soll sie ihr Schicksal als Hüterin annehmen? Gemeinsam mit Hagen von Tronje, einem der Anführer der Lichtelben, lernt sie ihre neue magische Welt kennen, erfährt von den Toren zwischen Midgard und Alfheim, der jetzigen Heimat der dunklen Elben, und wird so immer weiter hineingezogen in einen uralten Krieg zwischen Hell und Dunkel, Gut und Böse.

Ivo Pala ist mit „Der Hüterin Midgards“ ein spannungsgeladener Auftaktroman für seine Elbenthal-Saga gelungen. Mit diesem Debut gelingt ihm ein seltener Streich in dem ansonsten doch sehr gesättigten Fantasygenre, denn er erschafft etwas völlig Neues. Seine magische Welt fußt auf einer präzise recherchierten und fundierten Mythologie. Ivo Pala mixt dabei erfrischenderweise die nordische Mythologie mit Inhalten aus dem Nibelungenlied, gibt einen Schuss Tolkien im 21. Jahrhundert hinzu und verbindet dies alles zu einer neuen magischen Weltanschauung: der Geschichte der Licht- und Dunkelelben, allen voran dem Schicksal Alberichs und Hagen von Tronjes.

Doch nicht nur seine überzeugende fantastische Welt lädt zum Träumen und Schmökern ein, sondern auch die Charaktere. Jede einzelne Person ist facettenreich und überzeugend ausgearbeitet, sodass man als Leser sich sehr schnell in der Welt und den Beziehungen zurechtfindet. Auch der Wechsel zwischen dem real existierenden Dresden und der fantastischen Welt der Elben bietet viel Abwechslung und hält den Spannungsbogen aufrecht. Darüber hinaus ist Ivo Pala auch ein Meister des Erzählens. Gekonnt versteht er es Kämpfe und Verfolgungsjagden actionreich in Szene zu setzen, ohne dabei platt oder klischeehaft zu wirken. In seinem Roman verwebt er die großen literarischen Themen wie Kampf, Identität und Liebe zu einem meisterhaften Ganzen, dass den Leser nur so über die Seiten fliegen lässt.

„Die Hüterin von Midgard“ ist ein außergewöhnliches Fantasydebut, das Unterhaltung auf höchstem Niveau bietet.


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