Dienstag, 1. Oktober 2013

Vier Pfoten im September

Monatsrückblick  eines Katers
Sagt mal, geht es euch in den letzten Tagen wie mir? Esst ihr mehr? Ich habe zur Zeit ständig Appetit. Meine Futterbeschaffer meinen, das muss so sein, denn bald wird es kalt und da brauche ich Reserven. Es wäre einfacher, wenn ich dazu nicht noch Winterfell bekommen würde. Ich sehe bald nicht mehr aus wie ein Kater, sondern eher wie eine Art Katzenteddy. Aber wenn es mich im Winter warm hält, solls mir recht sein.
(c) Karin Hillig
So ein dickes schützendes Fell hätte auch Diana Nyad gebraucht. Miau, oder auch nicht, wenn ich es mir recht überlege. Die 64jährige Lady schwamm nämlich in diesem Monat 53 Stunden und 177km von Havanna(Kuba) nach Key West (Florida). Sie war übrigens die erste, die das ohne Schutz vor Haien tat. Bemiauenswert. Ich bade auch gern, aber schwimmen kann ich trotzdem in unserem Fluss nicht, da hat die Buchgefieder-Mama was dagegen.
Sie hat aber auch immer irgendwas zu meckern. Letztens wollte ich die Chance nutzen und mich heimlich ins Haus schleichen. Hm, schleichen ist nicht das richtige Wort, ich bin eher gesprungen, nämlich von der Mauer ins geöffnete Fenster. Da waren alle aus dem Häuschen und ich war ganz erschrocken, dass ich ertappt wurde. Dabei habe ich mich im Sommer immer vorbeigeschlichen, wenn mein Personal mit Lesen beschäftigt war.
Lesen kann ich nicht, aber das in diesem Monat ein Literaturkritiker gestorben ist, habe ich mitbekommen. Marcel Reich-Ranicki wurde in Polen geboren und starb am 18. September in Frankfurt/Main. Er wurde 93 Jahre alt. So alt werde ich sicher nicht und mit Literatur hab ich auch nichts an der Pfote. Ich bin zwar auch manchmal mit einem Quartett unterwegs, aber da geht es eher um die Absteckung des Reviers.
Letztes Jahr habe ich mir noch viel gefallen lassen, heute bin ich der Chef im Viertel. Sogar die Mäuse im Schweine- bzw. Pferdestall nehmen Reisaus, wenn sie nur meinen Namen hören. So muss das sein, schließlich habe ich einen Katerruf zu verlieren. Apropos Ruf, die Freiheit und die Kälte ruft. Das muss für dieses Mal reichen.
Ich wünsche euch einen schönen goldenen Oktober, mit ganz vielen Mäusen, ähm, Büchern und gruselt euch am Ende des Monates nicht, wenn die Geister umherziehen.


Euer Omino


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freu mich über euer Gezwitscher!