Dienstag, 27. August 2013

Im Hotel der kleinen Bilder - Christine Pitzke ❀ ❀ ❀ ❀


Im Hotel der kleinen Bilder
Christine Pitzke
Jung und Jung
Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-990-27035-6
Preis: 17,90 €

Reymont arbeitet an der Rezeption eines  Hotels in Südfrankreich. Jeden Tag sieht er Gäste kommen und gehen. Immerwieder spucken Busse Anreisende aus und verschlucken sie meist nach kurzer Zeit wieder. Reymont hat sich daran gewöhnt und liebt seine Arbeit. Die vielen verschiedenen Menschen haben für ihn doch alle eines gemeinsam. Sie sehnen sich nach ihren Träumen, nach einer leichten Art ihres Daseins und doch wirken sie unruhig. Reymont selbst ebenfalls ab und zu in seinem Schwermut gefangen, wird dabei aufgemuntert von der kleinen Olga, einem Waisenkind, dass sich in Obhut der lebenstüchtigen Sylvie befindet. Die wiederum hat mit dem Mathematiker Paul angebandelt. Jeder dieser Menschen hat seine eigenen Träume, auch die etwas rätselhafte Madame Hoegner aus Deutschland.
 
"Im Hotel der kleinen Bilder" geht es zuweilen zu, wie in einem Taubenschlag, aber ohne die dazu gehörende Lautstärke. Christine Pitzke hat eine sehr bildhafte Schreibweise, die auch sehr sprunghaft ist. Sie schreibt zu weilen, wie in Gedanken, die aber immer wieder überraschend sind. Dem Leser fliegen dabei kleine bunte Bilder durch den Kopf. Dabei wechseln nicht nur die Bilder sondern auch die Gedanken und Gespräche der Figuren. Das alles passiert allerdings ohne jegliche Hektik zu verursachen. Der Plot ist nicht zwingend schlüssig, dass mag für die einen langweilig sein, für mich ist es eher anspruchsvoll. Immer wieder wird der Leser Teil einer Erinnerung einer der Figuren, lässt ihn an wertvollen Momenten dieser teilhaben. Einziger kleiner Kritikpunkt ist für mich die Tatsache, dass die Figuren durch ihre Gedanken- und Gefühlswelt gut zu erkennen sind, allerdings mich trotzdem nicht wirklich berührt haben. Besonders Reymont ist für mich etwas undurchdringlich in seiner Art. Bei Madame Hoegner verhält es sich anders, da sie zuweilen zerstreut und sehr menschlich erscheint. Dies ist aber meine ganz persönliche Sicht darauf und sollte nicht dazu dienen, sich des Romanes nicht anzunehmen. Wer einen Roman sucht, der prosarisch ist und sich gern von kleinen Bildern leiten lassen will, hat mit "Im Hotel der kleinen Bilder" einen guten Griff gemacht.
 
Christine Pitzke wurde 1964 geboren und erhielt bereits mit ihrem Prosadebüt, welches 2004 erschien, mehrere Auszeichnungen. Sie lebt und arbeitet als Freie Autorin in München. Ihr Prosaroman "Im Hotel der kleinen Bilder" wurde mit dem Literaturstipendium des Freistaates Bayern gefördert. Christine Pitzke hat bereits vier Romane veröffentlicht, aber sie schreibt auch Gedichte, die in mehreren Zeitschriften zu finden sind.
 

Kommentare:

  1. Liebe Karin,
    das klingt wieder nach einem sehr interessaten Buch in deinem Stil, den ich sehr mag :)
    und schwupps... ist es auf der WuLi :)
    Liebe Grüße und ich mag dein Wochenmotto sehr! Aber wegen meinen inzwischen bestimmt bekannten Schwierigkeiten,diesen Code zu erkennen (sinnlose Buchstabenaneinanderreihungen ergeben für mich keinen Sinn und mein Hirn weigert sich, dafür etwas zu tun :) ), kommentiere ich nicht so gerne. Aber ich lese dich, immer! ♥
    Claudia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Claudia, diese olle Codeeingabe kann ich sicher irgendwo ändern, die stört mich nämlich bei anderen auch total. Vielen lieben Dank für deinen, wie immer, herzlichen Kommentar!!!

      Löschen

Ich freu mich über euer Gezwitscher!