Montag, 6. Mai 2013

Kreativer Moment - Neue Rubrik

Dass ich auch ein Kreativgefieder bin, wurde sicher schon von einigen bemerkt. Warum also nicht eine eigene Rubrik dazu einrichten? Da ich nicht genau weiß, wann und wieviele Momente der Kreativität mich ereilen werden, mache ich diese neue Rubrik nicht an einmal in der Woche fest. In dieser neuen Rubrik wird sich alles finden, was im engeren und auch weiteren vielleicht auch total entferntem mit dem Thema Buch und meiner Kreativität zu tun hat. Um euch einen kleinen Vorgeschmack zu geben, werde ich gleich hier meinen ersten Beitrag dazu leisten. Mein erster kreativer Moment in dieser neuen Rubrik ist eine Kurzgeschichte, die ich bereits letztes Jahr kurz vor dem Frühlingsbeginn geschrieben habe. Viel Spass beim Lesen!
 

Das Lächeln des Frühlings
Karin Hillig
 
Copyright (c) 123RF Stock Photos
Platsch! Ein dicker Tautropfen fällt direkt auf den Winterelf Caron. Platsch! Caron versucht etwas zu sagen. Platsch! Jetzt reicht es dem Winterelf. Er sucht Schutz unter einem großen Strauch. „Sag mal Sonne, was soll das?“ Caron blinzelt in Richtung Himmel. „Caron, es ist Frühling.“ Die Sonne lächelt und lässt sich von dem wütenden Elf nicht weiter stören. „Frühling? Frühling? Das wollen wir doch mal sehen.“ Schnell kramt er sein kleines Elfenstäbchen aus der Hosentasche. Er hält es auf das Blatt über sich. Dann schwenkt Caron den Stab zweimal hin und her, schon wird aus dem Tautropfen wieder Eis. Er dreht sich um und will gehen. Platsch! Da trifft ihn schon wieder ein Tautropfen. Wütend will er die Sonne anschreien, da hört er ein leises Kichern. Vorsichtig schleicht er sich näher. „Caron, du frostiger Elf, lass doch den Frühling das Eis und den Schnee schmelzen.“ Caron lauscht, die Stimme kennt er doch. „Dala, komm heraus aus deinem Versteck.“, ruft Caron. Dala, die kleine Frühlingsfee fliegt auf ihn zu. Dabei faltet sie ihre Hände und pustet Caron ein wenig von ihrem Feenstaub ins Gesicht. Caron muss niesen. „Dala, was soll das? Du und deine Sonne, ihr seid viel zu früh dran. Noch ist Winter.“ Dala lächelt, fliegt eine Runde um Caron und setzt sich auf einen kleinen Ast des Strauches. „Aber sieh doch du kleiner frostiger Winterelf, die Krokusse strecken ihre Köpfe, die winterschlafenden Tiere erwachen. Mach doch bitte eine Ausnahme, Caron. In zwei Tagen hast du sowieso keine Chance mehr, dann ist Frühlingsanfang.“ Caron sieht Dala so grimmig an, dass die kleine Frühlingsfee darüber lachen muss. „Was gibt es da zu lachen?“ „Caron, du siehst so komisch aus, wenn du böse bist. Warum lachst du denn nie?“ Dala fliegt zu ihrem frostigen Freund und stellt sich neben ihn. Sie tippt mit ihrem Feenstab an seine Nasenspitze. „Lass das!“, brummt Caron. Gerade als er sich wegdrehen will, ruft Dala: „Vorsicht!“ Platsch! Zu spät, der Winterelf ist schon wieder nass. Wie eine Trauerweide lässt er seine Arme und seinen Kopf hängen. Dala sieht, wie traurig Caron ist und will ihn trösten. „Caron, versuch doch ein bisschen zu lächeln.“ Caron schnieft und sagt bedrückt: „Ich bin doch ein Winterelf. Ich kann nicht lächeln wie eine Frühlingsfee. Meine Mundwinkel sind vom Frost ganz steif, mein Herz ist noch kalt.“ Dala nimmt Caron an der Hand und fliegt mit ihm über Krokusse, Schneeglöckchen und Winterlinge. In einem Garten landen die Beiden in einem Strauch. „Sieh nur Caron, selbst diese Pflanze lacht mit der Sonne um die Wette. Das ist ein Winter-Jasmin. Findest du nicht, dass seine gelben Blüten aussehen, wie die Sonne?“ Caron betrachtet die Blüten und seufzt. All diese Farben, das zunehmende Vogelzwitschern, sind Zeichen dafür, dass der Winter sich zurück zieht. „Was wird dann aus mir?“, fragt er traurig. Dala legt ihre Hand um seine Schulte. „Du kannst mir ja helfen, die Blumen und Tiere zu wecken.“ Caron zieht die Stirn kraus und brummt, dass er es sich überlegen wird. „Überleg nicht zu lange.“ Dala schwingt sich erneut in die Luft. Caron will ihr gerade hinterher fliegen, als er unter sich ein leises Stöhnen vernimmt. Er hüpft zu Boden und sieht, wie sich kleine Schneestückchen hin und her bewegen. „Kannst du mir helfen? Ich stecke fest.“ Caron weiß nicht so recht, was er jetzt tun soll. „Warte, ich hole Dala. Sie ist eine Frühlingsfee, sie kann mit ihrem Zauberstab den Schnee schmelzen.“ „Solange kann ich aber nicht warten. Wenn du mir nicht hilfst, dann breche ich.“ Jetzt sieht Caron etwas Fliederfarbenes durch den Schnee scheinen. Er legt seinen Zauberstab neben sich und versucht die Schneestücke zur Seite zu schieben. Es dauert eine ganze Weile, doch dann hat er es geschafft. „Sieh nur Dala, Caron hat mich befreit.“, ruft das kleine Krokus. Dala, die gerade auf Caron zu fliegt, stellt fest: „Caron, du lächelst ja!“
Diese Kurzgeschichte ist mein geistiges Eigentum und darf nicht ohne meine ausdrückliche Zustimmung verwendet oder vervielfältigt werden.

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Ich freu mich über euer Gezwitscher!