Montag, 8. April 2013

Die Farben der Sonne - Brita Rose-Billert ♣ ♣ ♣ ♣ ♣

Die Geschichte der Steinpferde auf der Pine Ridge Indianerreservation

TraumFänger Verlag - ISBN 978-3-941-48519-8
Broschiert - Preis 9,90 €

Blue, der eigentlich Walter heißt, lebt in den Straßen Chicagos. Nach dem Tod seiner indianischen Mutter schlägt sich der 12jährige Junge allein durch. Von seinem weißen Vater wurde er verlassen, als er 5 Jahre alt war, seine kleine Halbschwester lebt in einem Heim. Auf Anordnung des Jugendamtes wird er von der Polizei in Gewahrsam genommen und soll seinem Vater auf die Pine Ridge Reservation folgen. Von Fluchtgedanken getrieben, schafft es nur die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit seiner kleinen Schwester Bonnie, ihn am Weglaufen zu hindern. Schnell merkt Blue, dass sein Großvater nicht nur ein alter indianischer Spinner ist, sondern einen Zauber versprüht, dem sich der Junge nicht entziehen kann. Als Blue dann die Pferde der Familie kennenlernt, beginnt sich sein Denken und Handeln zu ändern.
 
„Die Farben der Sonne“ ist ein Buch für Jugendliche ab 12 Jahren und wird bei den meisten Buchhandlungen auch in diese Sparte gelegt. Dabei ist es ein Buch, welches für jeden geeignet ist, besonders auch für Erwachsene. Es beschreibt voller Ehrlichkeit das heutige Leben in einer Reservation am Beispiel der Pine Ridge Reservation. Der Leser spürt, dass das indianische Leben eben nicht nur aus Tipis, Sonnentänzen, Pow-Wows  und Friede, Freude, Pfannkuchen besteht. Obwohl letzteres schon eine große Rolle im Leben der Familie Stone Horse einnimmt. Brita Rose-Billert steht beim Schreiben ihrer Romane immer im Kontakt mit den Native People. Das macht den Roman authentisch. Ihr Schreibstil besteht meist aus kurzen Sätzen, die aber auf keinen Fall nichtssagend sind. Vielmehr schafft sie es die Thematik auf den Punkt zu bringen, ohne viel Schnörkel und Schönrederei. Ihr Buch widmete sie ihren Großeltern und allen Großeltern, die sich liebevoll um ihre Enkelkinder kümmern und ihnen ihre Geschichten erzählen. Die Geschichten, die Großvater Wayton in diesem Roman seinen Enkelkindern erzählt, zeigen, wie sich das Leben der Native People verändert hat bzw. wie gleich es doch noch ist. „Die Farben der Sonne“ ist ein Roman, der berührt und der aufweist, dass man mit viel Vertrauen alles erreichen kann. „Für alles, was dir genommen wird, bekommst du etwas neues, etwas anderes.“ Ein zwölfjähriger Junge, der nie ein echter Lakota sein wollte, findet seinen Weg, um am Ende voller Stolz zu sagen: „Ein Steinpferd findet seinen Weg immer nach Hause.“

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