Dienstag, 23. August 2016

Samstag, 13. August 2016

Herr Müller, die verrückte Katze und Gott - Ewald Arenz


Im Himmel, der sich zur Zeit in Hamburg befindet, ist die Hölle los! Die doppelte Buchführung im Reich Gottes stimmt nicht! Es fehlt eine Seele! Was tun? Vielleicht einen Frappucino bei Starbucks trinken, ohne zu wissen, dass sich in jeder dieser Filialen eine Tür zur Unterwelt versteckt? Die Erzengel sind ratlos und Gott, was macht Gott? Er schläft den Schlaf der Gerechten. Darauf dann doch lieber einen Gin Tonic!

Kurt Müller stirbt und kommt nicht im Himmel an, auch nicht in der Hölle. Seine Seele ist verschwunden. Und das Chaos nimmt seinen Lauf. An einem Freitag. Erzengel Jehudi ist genervt. Muss denn immer alles an einem Freitag passieren, wenn er gerade Dienst hat? Und warum hat er ausgerechnet Unterstützung von einem Mönch, der nicht richtig lesen und schreiben kann, der zudem die doppelte Buchführung nicht versteht. Zu allem Überfluss tauchen auch noch zwei Gestalten im Himmel auf, die den ganzen Betrieb erst einmal lahm legen. Und Kurts Seele? Die ist derweil unterwegs, um in einen Kater zu fahren, den es eigentlich nicht geben darf. Jehudi braucht unbedingt Unterstützung. Also macht er sich auf den Weg nach Antarktika, um einen gefallenen Engel um Hilfe zu bitten...


"Herr Müller, die verrückte Katze und Gott" ist ein herrlich schräger, humorvoller und vor allem mit vielen Spitzen versehener Roman aus der Feder des Schriftstellers Ewald Arenz. In seinem Roman schafft es der Autor immer wieder mit kleinen fein gesetzten Momenten, den Leser zum Schmunzeln zu bringen. Mit reichlich kleinen Absurditäten schafft er eine Atmosphäre, die seinen Roman zu einem Pageturner werden lassen. Es ist quasi nicht möglich, das Buch aus der Hand zu legen, will man doch wissen, in welchen Schlamassel die Figuren als nächstes schlittern oder welche irrwitzigen Ideen der Autor mit ihnen noch hat. Das bei dem ganzen Geschehen, die Protagonisten Engel sind und sich immer wieder über die Menschen auslassen, denen sie in jeder Szene ähnlich und ähnlicher zu werden scheinen, ist ein humorvoller und gut gewählter Effekt. Die Zeichnung der Engel und der anderen Wesen ist so gut, dass man sich während der Geschichte fragt, ob und wann man diesen auf die Leinwand umsetzen kann und wird. Doch auch ohne den großen Besuch in einem Lichtspielhaus hat der Leser ausreichend Kino im Kopf.

Diesem Roman merkt man an, dass er nicht einfach mal so geschrieben wurde. Hier steckt sehr viel Liebe zum Detail und vor allem ein sehr gut ausgearbeiteter Plot dahinter. Genau das lässt die wahnwitzigen Szenen und Ideen von Ewald Arenz beinah normal und vor allem logisch wirken. Vor allem scheint es dem Autor wichtig, dass man im Bezug auf die verschiedenen Weltreligionen gelassener mit dem Thema Gott, Paradies und Fegefeuer umgeht. Jeder darf und soll seine ganz eigene Vorstellung davon haben, ob nach dem Tod etwas weitergeht oder eben nicht. Jeder sollte seinen Glauben haben dürfen, sofern er niemandem damit schadet. "Herr Müller, die verrückte Katze und Gott" ist eine Geschichte, die so absurd sie an manchen Stellen auch erscheinen mag, etwas zum Leser transportiert, was ihn zum Nachdenken anregt. Ein Roman, der eindeutig unterhalten soll und es auch tut, zweifellos. Aber auch ein Roman, der Tiefe besitzt, die es sich lohnt, zu entdecken.

© Thomas Scherer
Ewald Arenz wurde 1965 in Nürnberg geboren. Er ist der Sohn eines Pfarrers und entstammt einer großen Familie, von der zwei Mitglieder ebenfalls schriftstellerisch tätig sind. "Herr Müller, die verrückte Katze und Gott" ist bereits sein neunter Roman. In diesen Roman flossen zum ersten Mal auch Ideen seines Sohnes und seiner Tochter. Ewald Arenz Werke wurden mit vielen verschiedenen Kulturpreisen ausgezeichnet. Ewald Arenz schreibt, nach eigenen Angaben, mit leichter Feder die unterschiedlichsten Geschichten, die immer eines vereinen, Anspruch und Unterhaltung. Mit einer Gesamtauflage von mehr als 120.000 verkauften Büchern zählt er zu den erfolgreichsten Schriftstellern in Süddeutschland.

Zu erleben ist Ewald Arenz mit seinem Roman "Herr Müller, die verrückte Katze und Gott" unter anderem in diesem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse. Am 20. Oktober 2016 um 15:30 Uhr findet eine Lesung im Lesezelt der Buchmesse statt.

❀ ❀ ❀ ❀ ❀

Herr Müller, die verrückte Katze und Gott - Ewald Arenz
Gebundene Ausgabe - Unterhaltungsroman - ars vivendi Verlag
ISBN 978-3-869-13621-9 - Preis: 19,90 € (D) 20,50 € (A)

Dieser Roman wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Freitag, 5. August 2016

Vom Anfang an...


Ich weiß wirklich gar nicht, wie ich am besten anfangen soll. Mein kleines Abenteuer, für das ich mit meiner Planung bereits im Januar begonnen hatte, ist nun bereits seit 10 Tagen Geschichte. Tage, die ich wieder in Deutschland weile und in der ich mich einige Male gefragt habe, warum mir ein wichtiger Teil fehlt. Ein Teil, den ich in den USA gelassen habe, einen Teil, der durch die Herzlichkeit der Menschen, die mich umgeben haben, aber auch durch die zum Teil endlose Weite des Landes geprägt war und ist. Was soll ich sagen? Ich bin nach drei Wochen unversehrt gelandet und habe dennoch meine Wehwechen. Ist es Fernweh? Ist es die Sehnsucht nach dem Loslassen können? Dem Frei sein, dem sich einfach fallen lassen, ohne sich um existenzielle Dinge Sorgen zu machen?

Wahrscheinlich und vielleicht auch mehr! Dennoch muss ich irgendwo beginnen. Ich brauche diese "Verarbeitung", um wieder hier im Nestchen ich sein zu können. Für euch heißt das, dass es in den kommenden Wochen ca. 9 weitere Beiträge zu meiner Reise geben wird. Doch lasst mich zunächst starten, wo alles begonnen hat. Vor 20 Jahren... 

Mittwoch, 3. August 2016

Turquoise - Sabine Tetzner


Wenn man immer wieder gesagt bekommt, dass man zu nichts nütze ist. Wenn man geschlagen wird, weil man ein Bastardkind ist. Wenn man von anderen gemobbt wird, von einigen gequält und von anderen ignoriert. Dann ist es nicht verwunderlich, dass man sich selbst nicht besonders wertschätzen kann, dass man denkt, die anderen haben Recht. Ich bin ein schlechter Mensch!

Miriam erduldet jeden Tag Qualen in ihrer Familie und in ihrem Umfeld. Stets läuft sie mit gesenktem Blick an den Menschen vorbei. Nichts soll andere verärgern oder ihnen einen Grund liefern, sie zu beleidigen, zu bespucken oder zu schlagen. Und dennoch ist es ihr tägliches Brot, diese Qualen zu ertragen. John ist ein Widerling. Er hält nichts von Miriam. Sie ist ein Bastardkind und kann sich glücklich schätzen, dass er sie zur Frau nimmt. Doch Miriam weiß, all ihre Qualen, die sie bis jetzt ertragen musste, sind nichts im Vergleich zu denen, die sie bei John erwarten. Dennoch bleibt ihr keine Wahl, sie muss mit ihm in den Westen ziehen...



"Turquoise" ist ein Historischer Roman, der um 1870 in Arizona spielt. Es ist ein Roman, der auf eine sehr grausame Weise zeigt, dass Frauen in diesem Jahrhundert in den USA eine sehr untergeordnete Stellung hatten. Harte Arbeit, Kindererziehung und sehr oft auch Demütigungen und Gewalt bestimmten ihren Alltag. Sabine Tetzner nimmt in ihrem ersten veröffentlichten Roman, der bereits 2013 erschien, kein Blatt vor den Mund und schreibt in einfacher aber sehr spannender Weise über das Leben einer Frau, die bereits vor ihrer eigenen Geburt gezeichnet war. Miriam erscheint zunächst als eine geschundene, unselbstbewusste, ängstliche und leicht zu beeinflussende junge Frau. Doch im Laufe des Plots wird nicht nur dem Leser bewusst, dass in ihr viel mehr zu finden ist. Immer mehr entdeckt sie ihre innere Stärke, macht sie sich zu nutzen und lässt sich immer weniger unterwerfen. Auch wenn die Navajo nur einen kleinen Teil der Geschichte ausmachen, so hat die Autorin diese Menschen, die in ihr Land zurückkehren, wunderbar mit eingewoben. Sabine Tetzner spielt mit Wirklichkeit und Traum, während sich ihre Protagonistin immer weiter entwickelt. Immer wieder wird der christliche Glauben und seine Umsetzung zu der Zeit der Siedler in Frage gestellt. 

Auch wenn es durchaus nachvollziehbar ist, warum einige Szenen nicht weiter näher beschrieben sind, so wäre es sicher auch spannend gewesen, die ein oder andere Szene weiter auszubauen. Mit seinen 149 Seiten ist der Roman somit kurzweilig und vor allem in einem Rutsch zu lesen. Was selbstverständlich auch an dem gut durchdachten Plot und seinen Spannungsbögen liegt. Das Ende dürfte für einen großen Teil der Leserschaft nicht vorhersehbar sein. Im Grunde ist es ein Ende, welches zwar überrascht oder weniger wünschenswert erscheint, dem Roman aber einen großen Teil an Ehrlichkeit und Echtheit schenkt. Romantische Wild-West-Erzählungen gibt es zu Hauf, doch Sabine Tetzners Roman "Turquoise" schafft es, ein Stück Wirklichkeit in die heutige Zeit zu transportieren, die den Leser vor allem zum Nachdenken anregt. 

Sabine Tetzner entdeckte wie viele andere Autoren ihre Leidenschaft für das Schreiben schon sehr früh, doch es brauchte ein paar Veröffentlichungen in Anthologien um sich ihrem Herzprojekt, einem eigenen Buch zu widmen. Auch wenn sie mit "Turquoise" eher auf historisches setzt, so gilt ihre Leidenschaft der Fantasy. Mittlerweile hat sie in diesem Genre weitere Veröffentlichungen vorzugsweise als eBook vorzuweisen. Sabine liebt nach eigenen Aussagen gutes Essen, den Herbst und den Geruch von Lindenblüten. Dass sie Lavendel so gar nicht mag, kann im Nestchen niemand so recht verstehen, aber mit dem Schneematsch, dem Karottensaft und dem Putzen gehen wir dann wieder konform. 

❀ ❀ ❀ ❀ ❀

Turquoise - Sabine Tetzner - Turmhut-Verlag
Historischer Roman - Broschierte Ausgabe
ISBN 978-3-936-08495-5 - Preis: 11,90 € 

Sonntag, 31. Juli 2016

Wenn Träume wahr werden...


...dann fühlt sich die Welt für einige Momente nur noch warm und herzlich an, auch wenn sie das in den vergangenen Wochen nicht immer war. Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich noch nicht zu 100% bereit, euch von all meinen tollen Erlebnissen rund um meinen ganz persönlichen Traum zu erzählen, aber ich zeige euch eines meiner Lieblingsfotos, die ich in den letzten drei Wochen geschossen habe. Außerdem lasse ich euch ein paar Fakten oder besser ein paar Zahlen hier, damit ihr euch ein Bild machen könnt, wovon ich geträumt habe. Einige werden sich denken, aha, dass war es also. Wir dachten schon, sie veröffentlicht ein Buch oder hat einen ganz tollen neuen Job bekommen, vielleicht will sie auch auswandern oder sie hat im Lotto gewonnen. Nein. Ich war ganz einfach nur auf einer Reise, einer, die mir eine richtige Herzensangelegenheit war und immer noch ist. Denn nach diesem ersten großen Traum, sind viele weitere kleine entstanden und der Wunsch, so etwas mindestens aller zwei Jahre zu machen. 

Ich war drei Wochen in den USA, in vier verschiedenen Bundesstaaten. Habe in zwei Hotels übernachtet und das an vier Tagen. An acht Tagen habe ich bei Menschen genächtigt, die ich seit 20 Jahren zum ersten Mal wiedergesehen habe und an neun Tagen war ich bei einem Teil meiner Familie, die ich ebenfalls viel zu lange nicht besucht habe oder besuchen konnte. Wir haben in den drei Wochen ca. 3500 Meilen mit einem Mietauto zurückgelegt, das sind ca. 5600 Kilometer. Meine Zeit habe ich in zwei verschiedenen Zeitzonen verbracht und Dinge gesehen und erlebt, von denen ich euch in den kommenden Wochen gern mehr erzählen möchte. Ich habe ca. 2000 Bilder mit Herrn EOS, Canoninchen und meinem Smartphone geschossen. Es sind ca. 20 kleinere Videos entstanden. Doch vorerst zeige ich euch dieses eine Foto, mein Foto der Woche.


Dieses Bild entstand in den Badlands in South Dakota. Diese Gesteinsformationen haben vor 20 Jahren eine Faszination auf mich ausgeübt, die bis heute anhält. Hier sind wahnsinnig viele, vor allem sehr "farbenfrohe" Bilder entstanden, so dass ich damit wohl einen Monat füllen könnte. Tu ich aber nicht, dennoch werden die Badlands einen eigenen Post bekommen. 

Ich hoffe sehr, dass euch meine kommenden Berichte interessieren und gefallen werden. Wenn nicht, dann ist das auch nicht weiter tragisch, schließlich ist dies kein Reiseblog. Keine Sorge, Rezensionen und allerhand buchiges werdet ihr hier auch wieder finden. Trotzdem kann und will ich mein Schnäbelchen zu meiner Reise nicht halten. Denn wie nach jedem tollen Abenteuer muss ich mir selbst noch einmal davon erzählen, denn sonst würde ich denken, dass ich das alles nur geträumt habe.


Freitag, 22. Juli 2016

Blogparade - #bloggalaxie - Blogger vom anderen Stern Teil 2


Ich hatte euch vor ein paar Tagen auf die Blogparade von Lilienlicht aufmerksam gemacht, in der es darum geht, sich aus seinem kuscheligen Blogthema heraus, mal nach allen anderen Seiten umzusehen. Dass ich das mit meinen Flugspuren ja auch schon gern tue, muss ich euch sicherlich nicht sagen. Darum finde ich die erdachte Blogparade von Diana so spannend.


Ich hatte euch auch gleich meinen ersten "Blogger vom anderen Stern" präsentiert. Nun möchte ich euch eine zweite Bloggerin vorstellen, die ich schon eine Weile, wenn nicht sogar auch von Anfang an "verfolge".

Kati make it


Die liebe Kati habe ich auf Instagram das erste Mal entdeckt. Dieses Portal, bei dem man Fotos und kleine Videos mit der Welt teilen kann, eignet sich übrigens hervorragend um mal in der Bloggersphäre über den Tellerrand zu schauen. Aber zurück zu Kati, die eigentlich Katrin heißt.

http://katimakeit.de/


"Kati make it" gibt es seit 2014. Oder war es doch erst im Januar 2015? In welchem Monat genau Katrin gestartet ist, weiß ich nicht so genau und eigentlich ist es auch vollkommen egal. Denn seit sie mit dem Bloggen angefangen hat, macht sie dies mit viel Herz. Sie hat dabei aus meiner Sicht eine enorme Entwicklung hingelegt und ist offensichtlich sehr viel selbstbewusster zur Bloggerin geworden. Wie ich darauf komme? Nun ich sagte ja schon, ich kannte sie vor ihrem Blog bereits auf Instagram und dort konnte ich vor allem bei ihren Bildern sehen, wie sie sich veränderte. Ich liebe ihre frische Art und ihr "Kati make it". Sie macht es einfach, egal was dabei herauskommt.

Worum genau geht es auf ihrem Blog?

Kati hat eine bunte Vielfalt zu bieten. Neben den Rezepten, die sie vorstellt, findet man auch kleine Reiseberichte und Berichte zu ihren Lieblingslokalen in Stuttgart. Am liebsten mag ich bei ihr allerdings die DIY-Dinge, die sie herstellt und dann mit uns auf ihrem Blog teilt. Wirklich tolle Sachen sind da schon entstanden. Da kommt die Kreativamsel in mir wieder durch, merkt ihr? Egal, wenn ihr euch die Bilder anseht, die sie in ihren Beiträgen teilt, dann wisst ihr, was ich meine. Schaut doch mal hier, die selbstgemachte Etagere ist doch der Hit, oder etwa nicht?

Übrigens arbeitet Kati gerade an ihrem eigenen Shop, um dann solche Unikate wie ihre Etageren an euch zu verkaufen. Für die, die mit den linken Händen und für alle anderen natürlich auch. ;)

Wer nun also Lust bekommen hat, sollte bei Kati unbedingt stöbern gehen! Den anderen sei gesagt, wenn ihr es nicht tut, dann verpasst ihr auf jeden Fall einen tollen Blog mit einer Bloggerin dahinter, die ihr Herz am richtigen Fleck hat!

Und? Habt ihr noch den einen oder anderen Blog, den ihr empfehlen könnt? Dann macht doch mit bei Dianas Blogparade!